Die Nutzung der Wasserenergie leistet heute einen wichtigen Beitrag zur Stromproduktion in Deutschland. Wasserspeicherkraftwerke dienen zudem der Versorgungssicherheit, indem sie das Speichern überschüssiger Strommengen ermöglichen. Allerdings bedeutet jedes Wasserkraftwerk auch einen schweren Eingriff in ein natürliches Ökosystem und gefährdet die Bewohner von Flüssen und Uferregionen. Wieso Wasserkraft keinesfalls als vegane Energiequelle angesehen werden kann, erklärt Dir Vegan Strom.

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Wasserkraft: Energiequelle seit mehr als zweitausend Jahren

Die Wasserkraft ist wahrscheinlich die älteste vom Menschen genutzte Energiequelle: Archäologische Funde belegen, dass erste Wasserräder bereits im fünften Jahrhundert vor unserer Zeit in Griechenland im Einsatz waren, um zum Beispiel Felder zu bewässern. Waren es damals noch große, mit Schaufeln versehene Räder, die das vorüberströmende Flusswasser in Drehung versetzte, so kommen in heutigen Wasserkraftwerken große und leistungsstarke Turbinen zum Einsatz. Sie nehmen die Bewegungsenergie des Wassers auf und übertragen sie an einen Generator, der daraus Strom erzeugt.

Mit einem Wirkungsgrad von über 90 Prozent ermöglichen Wasserkraftwerke die effizienteste Art der Stromerzeugung. Die chinesische Drei-Schluchten-Talsperre ist mit einer Leistung von 22.500 Megawatt sogar das größte Kraftwerk der Welt. Im Vergleich dazu wirkt das größte deutsche Wasserkraftwerk, das Pumpspeicherkraftwerk Goldisthal (Thüringen), mit 1.060 Megawatt geradezu klein.

 

Gut für das Klima, aber nicht für die Umwelt

In Deutschland macht die Nutzung der Wasserenergie nur einen vergleichsweise geringen Teil der gesamten Stromerzeugung aus. Insgesamt speisen mehr als 7.000 kleine und große Wasserkraftraftwerke jedes Jahr über 20.000 Gigawattstunden Strom in das öffentliche Stromnetz ein, was einem Anteil von etwa drei Prozent an der gesamten Stromproduktion entspricht.

Dass die Wasserenergie in Deutschland nicht bedeutender ist, hat vor allem geographische Gründe. Damit ein Wasserkraftwerk effizient arbeiten kann, muss es an einem Fluss errichtet werden, der nicht nur viel Wasser führt, sondern auch ein ausreichend großes Gefälle aufweist. In Deutschland finden sich geeignete Flüsse vor allem im Süden; von dort stammen rund 80 Prozent des Stroms aus Wasserkraft. Deren Potenzial ist mit der gegenwärtigen Nutzung praktisch erschöpft, wie auch das Umweltbundesamt bereits im Jahr 2010 in einer Studie erklärte.

Was zunächst nach einem Rückschlag für eine klimafreundliche Stromerzeugung klingen mag, stellt sich bei näherer Betrachtung jedoch als durchaus positiv dar. Um das nachzuvollziehen, lohnt ein Blick auf die Vor- und Nachteile der Wasserenergie.

 

Vorteile der Wasserenergie

1.) Die Nutzung von Wasserkraft ist emissionsfrei.

Es werden keine Brennstoffe wie Kohle oder Erdöl benötigt, die das Wasser erhitzen und heißen Wasserdampf erzeugen. Stattdessen durchströmt das Wasser direkt die Turbinen des Wasserkraftwerks und liefert so die benötigte Energie, die elektrische Generatoren in Strom umwandeln.

 

2.) Wasserkraftwerke sind sehr effizient.

So vermögen sie mehr als 90 Prozent der kinetischen Energie des Wassers in elektrische Energie umzuwandeln. Zum Vergleich: Konventionelle Wärmekraftwerke, aber auch Windkraftanlagen erreichen einen Wirkungsgrad von bis zu 50 Prozent, während der von Solaranlagen bei 5 bis 20 Prozent liegt.

 

3.) Speicherwasserkraftwerke dienen auch als Hochwasserschutz.

In ihren Speicherbecken fangen sie zum Beispiel das Wasser einer Schneeschmelze auf, um es langsam und geregelt abfließen zu lassen. Ebenso ist es möglich, ihre Speicher als Trinkwasserreservoir zu nutzen.

 

4.) Pumpspeicherkraftwerke stabilisieren das Stromnetz.

Denn sie können überschüssigen Strom – etwa aus Windkraftanlagen – verwenden, um Wasser in das Speicherbecken zu pumpen. Wird später mehr Strom benötigt, als zur Verfügung steht, können sie mit dem gespeicherten Wasser den Energiebedarf decken. Zudem sind Wasserkraftwerke in der Lage, anderen Kraftwerken nach einem vollständigen Stromausfall beim erneuten Anfahren zu helfen.

 

Nachteile der Wasserenergie

1.) Wasserkraftwerke greifen tief in natürliche Ökosysteme ein.

Dies trifft sowohl auf den Fluss selbst, als auch auf seine Uferlandschaft zu. Vor allem Speicherwasserkraftwerke können zur Austrocknung des Unterlaufs beitragen und dadurch neben dem eigentlichen Fluss zum Beispiel auch ökologisch wertvolle Auwälder gefährden. Oberhalb des Kraftwerks müssen hingegen Landschaften geflutet werden, um ein ausreichend großes Staubecken zu ermöglichen.

 

2.) Speicherwasserkraftwerke können das Hochwasser-Risiko im Unterlauf erhöhen.

Besonders dann, wenn das Kraftwerk plötzlich große Mengen Strom produzieren muss, steigt die Menge des abfließenden Wassers innerhalb kurzer Zeit stark an. Es kann zu Überflutungen kommen.

 

3.) Wasserkraftwerke gefährden Flusslebewesen.

Dieser Fakt beschränkt sich nicht einzig darauf, dass Fische in den Turbinen zu Schaden kommen können. Die durch Wasserkraft entstehenden Nachteile ist mannigfaltig.

So ist das drastische Bild der „Fischschredder“ ein Aspekt, der sich nicht von der Hand weisen lässt. Ingenieure versuchen hier zwar, die Kraftwerke durch neue Konstruktionen der Turbinen und Wasserschächte fischfreundlicher zu machen. Das entsprechende Nachrüsten der Anlagen ist jedoch aufwändig und teuer.

Die Kraftwerke selbst stellen eine Barriere dar, die den Fischen den Weg zu ihren Laichgründen erschwert oder ganz versperrt. Schutzmaßnahmen wie Fischtreppen und Umgehungsarme können helfen, die schädlichen Auswirkungen zu begrenzen, doch einen natürlichen Fluss können sie nicht ersetzen. Die künstlichen Staustufen führen außerdem dazu, dass sich die Fließgeschwindigkeit des Flusses verändert. Für die Wasserqualität wichtige Stromschnellen können ebenso verschwinden wie es an anderer Stelle zu unerwünschten Verlandungen kommt. Besonders hart trifft das Verschwinden der Kiesbänke die Fischbestände. Kiesbänke sind der Laichplatz und die Kinderstube vieler Fischarten.

 

4.) Stauseen können bei großer Hitze Treibhausgase freisetzen.

Denn häufig wurden zur Errichtung von Stauseen ganze Landschaften mitsamt der dortigen Pflanzenwelt geflutet. Bei hohen Temperaturen kann das Holz überfluteter Bäume unter Wasser verrotten. Das entstehende Faulgas besteht zum größten Teil aus dem klimaschädlichen Methan.

 

5.) Der Bau von Wasserkraftwerken ist aufwendig und teuer.

Wasserkraftwerke bestehen nicht nur aus Turbinen und Generatoren, sondern sie verfügen meist auch über einen Staudamm oder eine Staumauer, Leitungsrohre und gegebenenfalls ein Wasserschloss, das den Wasserdruck regelt. Hinzu kommen Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel eine Fischtreppe.

 

Die Wasserenergie ist leider (noch) nicht vegan

Die Wasserkraft ist ein eindringliches Zeichen dafür, dass nicht alles, was das Klima schont, auch gut für die Umwelt ist. Wasserkraftwerke liefern zwar gewaltige Energiemengen, doch sie greifen auch immer tief in das lokale Ökosystem ein. So gefährden sie nicht nur das Leben zahlloser Fische und anderer Flusslebewesen, sondern sie verändern auch die Natur entlang der Flussufer. Als vegan können heutige Wasserkraftwerke daher nicht bezeichnet werden.

Zum Glück stellen sie jedoch nicht die einzig mögliche Nutzung der Wasserenergie dar. Verwandte Kraftwerkstypen wie das Gezeitenkraftwerk bieten ebenfalls ein großes Potenzial, ohne dafür ganze Flüsse zu zerstören. Neue Ideen, wie etwa der „Tropfen-Generator“ von Forschern der Universität Hong Kong, der Wassertropfen auf einer Halbleiterzelle als Energielieferanten nutzt, könnten in Zukunft eine ebenso klima- wie umweltfreundliche Nutzung der Wasserenergie ermöglichen.

Vegan Strom ist überzeugt, dass nur eine Energiepolitik, die bereits heute konsequent sowohl auf die Belange des Umwelt- und Naturschutzes als auch auf das Tierwohl achtet, wirklich nachhaltig sein kann. Wenn auch Du Wert auf Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen legst, dann versorgen wir Dich gerne mit Strom aus Solarenergie, Gezeiten- und Geothermiekraftwerken.

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