Speicherwasserkraftwerk

Speicherwasserkraftwerke: Hydroenergie in großen Dimensionen

Während Laufwasserkraftwerke höchstens geringe Wassermengen an Wehren stauen oder gänzlich von der natürlichen Strömung angetrieben werden, nutzen Speicherwasserkraftwerke riesige Stauseen und -dämme. Auf diese Weise lässt sich nicht nur eine große Menge an potenzieller Energie des Wassers speichern, sie kann auch schnell und in großem Maße abgerufen werden. Doch der Eingriff von Speicherkraftwerken in das Ökosystem ist gravierend. Das Lexikon von Vegan Strom klärt auf.

 

Aufbau und Funktionsprinzip von Speicherwasserkraftwerken

Speicherwasserkraftwerke bestehen aus drei wesentlichen Komponenten. Die wichtigste hierbei ist der Stausee, oftmals auch Oberwasserbecken genannt. Dieses ist entweder natürlichen Ursprungs oder wird durch die Errichtung von Staudämmen oder -mauern künstlich angelegt. Der zweite Bestandteil ist die Triebwasserzuführung, die entweder in Form eines Druckstollens oder einer Druckwasserleitung existiert. Die Zuführung ist mit einem Wasserschloss versehen, ein zusätzliches Bauwerk oder Behältnis zum Abfangen oder dem Ausgleich von Druckschwankungen. Über die Triebwasserzuführung gelangt das gespeicherte Wasser schließlich ins Maschinenhaus, in dem sich die Turbinen zur Stromerzeugung befinden.

Das Funktionsprinzip gleicht hier jeder Art von Wasserkraft: Das Wasser trifft auf die Turbine, überträgt seine potenzielle Energie auf diese und versetzt sie in Rotation. Das Drehmoment treibt schließlich einen Generator an, der elektrischen Strom produziert. Nach dem Durchlaufen des Maschinenhauses wird das Wasser in einen Unterlauf geleitet. Meist handelt es sich hierbei wieder um einen Stausee beziehungsweise um das Oberwasserbecken eines nachfolgenden Speicherwasserkraftwerks. Bei Pumpspeicherkraftwerken, einer Sonderform von Speicherwasserkraftwerken, besteht außerdem die Möglichkeit, mit Pumpen, die von überschüssigem Strom angetrieben werden, Wasser zurück in das Oberbecken zu leiten, um Energie zu speichern und erst bei Bedarf rückzuverstromen.

 

Die Vor- und Nachteile von Speicherwasserkraftwerken

Wie jede regenerative Energieform produzieren Speicherwasserkraftwerke klimaneutralen Strom aus erneuerbaren Ressourcen. Doch dies ist nur einer von vielen positiven Aspekten. Die wohl wichtigste Eigenschaft von Speicherkraftwerken ist ihre Schwarzstartfähigkeit. Dies bedeutet, dass sie sich auch bei einem kompletten, großflächigen Stromausfall problemlos wieder hochfahren lassen. Außerdem existieren dabei keine langen Warmlaufzeiten – in etwa 15 Minuten sind sie bereits bei 100 Prozent. Des Weiteren können sie mit dem Strom, den sie dann erzeugen, andere Kraftwerke beim erneuten Start unterstützen. Andersherum sind Pumpspeicherkraftwerke in der Lage, überschüssigen Strom zu nutzen, um Wasser in die Speicherbecken zurückzupumpen und dessen potenzielle Energie bei Bedarf abzurufen. Nicht zuletzt ist die Energiespeicherung pro Kilowattstunde hier günstiger als bei jeder anderen Speicherform. Durch die Regelungsmöglichkeit der Durchflussmenge ist die Stromerzeugung zudem steuerbar.

Doch diesen Vorteilen stehen gravierende Nachteile für die Umwelt gegenüber. So ist der Platzbedarf für ein Speicherwasserkraftwerk enorm. Egal, ob ein bestehender See in einen Stausee umgewandelt wird oder ob er gänzlich neu errichtet wird – die Stauung geht immer mit einem Eingriff in Lebensräume einher und betrifft Flora und Fauna gleichermaßen. Gerade beim Neuanlegen eines Oberwasserbeckens geht viel Natur und Nutzfläche verloren. Manchmal ist hierfür auch die Umsiedelung von Menschen erforderlich. Da die Pflanzenwelt in der Regel ebenfalls geflutet wird, kann es durch die Verrottung im Staubecken zur Entstehung von klimaschädlichen Faulgasen wie Methan (CH4) kommen. All dies beeinträchtigt das bio- und ökologische Gleichgewicht massiv. Ein wirtschaftlicher Nachteil von Speicherwasserkraftwerken ist, dass bei ihrer Errichtung gewaltige Investitionskosten anfallen.

 

Speicherwasserkraftwerke beeinflussen die Umwelt massiv

Speicherwasserkraftwerke bieten die Möglichkeit, nachhaltige und saubere Energie verhältnismäßig kostengünstig und in großen Mengen zu speichern und zu erzeugen. Allerdings ist hierfür immer die großflächige Zerstörung von Umwelt und Lebensräumen vonnöten. Und nicht zuletzt haben der Stausee und das Kraftwerk selbst gravierende Auswirkungen auf die betroffenen aquatischen Ökosysteme. Wir von Vegan Strom sind der Überzeugung, dass die regenerative Energieerzeugung auch ohne solch schädliche Einflüsse auf Natur und Tierwelt auskommt. Daher setzen wir bei unserem Strommix ausschließlich auf Solarenergie, Geothermie und bestimmte Formen von Gezeitenkraft. Möchtest auch Du sowohl umweltfreundlichen als auch veganen Strom beziehen, dann wechsele noch heute zu uns!

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