Gezeitenkraftwerk

Gezeitenkraftwerke: Wasserkraft aus Ebbe und Flut

Die Gezeiten entstehen aufgrund der Gravitation durch den Mond und die Sonne sowie die Erdrotation und wirken sich überwiegend auf die Küsten, jedoch auch auf die Meeresströmungen aus. Die Energie, die durch die Bewegung des Wassers bei Ebbe und Flut entsteht, kann von Gezeitenkraftwerken genutzt werden, um elektrischen Strom zu erzeugen. Je nach Anlagentyp geschieht dies auf verschiedene Weise und an unterschiedlichen Standorten. Das Vegan-Strom-Lexikon stellt Dir dies etwas genauer vor.

 

Wie genau funktionieren Gezeitenkraftwerke?

Grundlegend funktionieren nahezu alle Arten von Kraftwerken, die Gezeitenenergie nutzen, auf dieselbe Weise wie auch Wasserkraftwerke. Wasser besitzt potenzielle Energie, die aufgrund der Schwerkraft (oder in diesem speziellen Fall aufgrund der Anziehungskraft der Himmelskörper) in kinetische umgewandelt wird: Eine Strömung entsteht. Diese durchläuft in den Kraftwerken eine Turbine, gibt dabei einen Teil ihrer Energie ab und versetzt sie so in Bewegung. Das auf diese Weise entstehende Drehmoment leitet die Turbine anschließend an einen Generator weiter, welcher letztendlich elektrischen Strom erzeugt. Die unterschiedlichen Anlagentypen von Gezeitenkraftwerken nutzen hierbei jedoch verschiedene Arten der kinetischen Energie des Wassers und sind folglich auch unterschiedlich aufgebaut.

 

Welche Arten von Gezeitenkraftwerken existieren?

Herkömmliche Gezeitenkraftwerke werden in Buchten oder an Flussmündungen errichtet und bedienen sich einem Staudamm beziehungsweise einem Deich. In diesem befinden sich die Turbinen, welche bei Flut das einfließende bzw. bei Ebbe das ausfließende Wasser zum Rotieren bringen. So lässt sich sowohl bei Anstieg als auch bei Abstieg des Wasserpegels Strom generieren. Hierfür werden lediglich die Rotorblätter der Anlage umgestellt. Diese Form der Gezeitenkraftwerke kann außerdem überschüssigen Strom anderer Kraftwerke nutzen, um Wasser in den Staubereich zu pumpen. Damit ist es möglich, Energie zu speichern und bei Bedarf Strom zu erzeugen – ganz ähnlich wie dies bei einem Speicherwasserkraftwerk geschieht.

Eine weitere Form stellen die sogenannten Meeresströmungskraftwerke dar, auch In-Flow-Gezeitenkraftwerke genannt. Hier ist kein Stauwerk vonnöten, denn die Turbinen stehen oder hängen auf einem Mast oder an einem Halteseil frei in der Strömung. Es kann auch eine Installation auf einem Fundament am Meeresboden erfolgen. Von Vorteil bei diesen Anlagen ist, dass durch den Wegfall der Wasserstauung nahezu überhaupt nicht ins Ökosystem eingegriffen wird und sie auch deutlich weniger standortabhängig sind. Zusätzlich lassen sich Meeresströmungskraftwerke problemlos zu großen Parks zusammenschließen, da die Module so gestaltet sind, dass sie sich ähnlich wie Windräder gegenseitig kaum beeinflussen.

Eine letzte Form, die grenzwertig zu den Gezeitenkraftwerken gezählt werden kann, sind Wellenkraftwerke, denn neben dem Einfluss von Ebbe und Flut entstehen Wellen überwiegend durch Windenergie. Folglich nutzen einige Anlagentypen neben Wasserturbinen oder hydraulischen Systemen auch Windgeneratoren zur Stromerzeugung. Betrieben werden diese durch die ein- und ausströmende Luft in pneumatischen Kammern, in denen sich der Wasserspiegel hebt und senkt. Wellenkraftwerke befinden sich jedoch noch in der Entwicklung und das Potenzial der verschiedenen Konzepte wird derzeit lediglich an Prototypen erforscht.

 

Gezeitenkraftwerke sind klimaneutral und umweltfreundlich

Gezeitenenergie stellt einen weiteren, regenerativen Energieträger dar, der dabei hilft, eine saubere Energiewende herbeizuführen. Dabei arbeiten die Anlagen nicht nur nachhaltig und klimaneutral, sondern verursachen in der Regel ebenfalls kein Tierleid. Die Strömung, die durch Ebbe und Flut entsteht, sorgt für eine langsamere Rotation der Turbinen, sodass diese anders als bei normalen Wasserkraftwerken keine Gefahr für Fische oder andere Meereslebewesen darstellen. Der einzige ökologische Nachteil, der derzeit noch bei Gezeitenkraftwerken mit Stauwerk besteht, ist ihr Eingriff in die Flussmündungen und Buchten. Die Verschiebung von Ebbe- und Flutphasen durch die Stauung hat einen nicht unerheblichen Einfluss auf die ansässige Flora und Fauna. Doch diese Art von Gezeitenkraftwerken ist ohnehin nur an wenigen Standorten realisierbar.

Wir von Vegan Strom setzen auf einen Energiemix, der nicht nur emissionsfrei und nachhaltig ist, sondern ebenfalls kein Tierleid mit sich bringt. Hierzu zählt neben Solarenergie und Geothermie auch ein gewisser Anteil an Gezeitenenergie. Wechselst Du zu uns, dann kannst Du Dir sicher sein, dass Dein Strom nur aus diesen umwelt- und tierfreundlichen Energiequellen stammt.

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