Die Stromerzeugung aus Biomasse ähnelt im Grunde der Verstromung von fossilen Energieträgern: Das eingesetzte Material wird verbrannt, um ein Wärmekraftwerk zu betreiben. Zwar ist Biomasse erneuerbar und kann bei sorgfältiger Auswahl sogar rein pflanzlich sein, dennoch ist sie in den meisten Fällen nicht vegan und gehört daher auch nicht zum Angebot von Vegan Strom. Jetzt mehr zu den Gründen hier auf Vegan Strom erfahren!

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Biomasse: Energie aus pflanzlichen und tierischen Rohstoffen

Aber warum ist manche Biomasse vegan und andere nicht? Der Grund dafür liegt in der Erzeugung und Zusammensetzung dessen, was jeweils als „Biomasse“ bezeichnet wird. Die Definition dieses Wortes lässt viel Spielraum, denn Biomasse ist jegliche Materie, die pflanzlichen oder tierischen Ursprungs ist. Sie umfasst also alles von Heu und Holz, über Mist und Gülle aus der Tierhaltung bis hin zu Resten von Tierkadavern und Schlachtabfällen. Daneben werden auch Abfälle aus Haushalten und manchen Industrien zur Biomasse gezählt.

Unabhängig davon, wo der Ursprung der Biomasse liegt, erfolgt stets eine Verwendung nach zwei grundlegenden Prinzipien: Entweder wird sie direkt verbrannt oder vergast – so wie es auch mit den fossilen Energieträgern geschieht. Durch die Verbrennung liefert die Biomasse Wärme, um damit Wasserdampf zu erzeugen. Mit seiner Energie treibt der Wasserdampf eine Turbine und diese einen Generator an. Die zweite Variante besteht darin, dass die Biomasse mithilfe anaerober Bakterien vergoren wird, um so aus ihr das sogenannte „Biogas“ zu gewinnen. Dieses lässt sich unter anderem zum Betrieb von Blockheizkraftwerken verwenden oder zu Biomethan veredeln. Letzteres dient als Ersatz für Erdgas in Gaskraftwerken. Egal, ob die Biomasse verbrannt oder vergoren wird, in beiden Fällen entsteht dabei Abwärme, die sich nutzen lässt: entweder als Prozesswärme in der Industrie oder per Einspeisung in das lokale Fernwärmenetz.

 

Vegane und nicht-vegane Ursprünge der Biomasse

Die Frage, ob Biomasse vegan ist, lässt sich daher nicht pauschal beantworten. Die Antwort hängt vielmehr von der Herkunft der jeweiligen Biomasse ab:

Biomasse aus pflanzlichen Rohstoffen ist vegan und kann theoretisch auch zur veganen Stromproduktion genutzt werden. Hierzu zählen beispielsweise Rübenhackschnitzel oder Holzpellets. Das Holz dafür stammt aus sogenannten Kurzumtriebsplantagen (KUP) oder Niederwäldern. Diese sind zwar bei weitem nicht so artenreich wie echte Urwälder. Sie bieten jedoch durch die extensivere Bewirtschaftung der Flora und Fauna einen Rückzugsraum auf Zeit.

Biomasse aus tierischen Stoffen oder aus Abfällen, deren Ursprung sich nicht mehr nachvollziehen lässt, ist hingegen nicht vegan. Was von Grenzfällen wie zum Beispiel der Verstromung von Gülle und Mist zu halten ist, hängt stets auch von der Perspektive des jeweiligen Betrachters ab. Ein Vergleich der Vor- und Nachteile der Biomasse-Verstromung hilft, ihre Nachhaltigkeit besser einzuschätzen.

 

Vorteile der Biomasse

1.) Die Nutzung von Biomasse ist CO2-neutral.

Denn das bei der Verbrennung oder Vergasung freiwerdende CO2 wurde von den Pflanzen, welche die Grundlage sämtlicher Biomasse bilden, erst vor kurzem während des Wachstumsprozesses aus der Atmosphäre aufgenommen und in den Pflanzenteilen eingelagert. Hier besteht der größte Unterschied zum CO2 aus fossilen Energieträgern. Fossile Energieträger wie Kohle oder Erdöl binden das CO2 bereits seit Jahrmillionen. Die Verbrennung konventioneller Energieträger setzt das vor langer Zeit entzogene CO2 wieder in der Atmosphäre frei. Dieser Vorgang heizt den Treibhauseffekt an. Durch die Nutzung von Biomasse verändert sich der gegenwärtige CO2-Gehalt der Atmosphäre also nicht.

 

2.) Pflanzliche Biomasse ist nachhaltig.

So kann zum Beispiel Gras oder auch Holz aus einem Nutzwald oder einer Kurzumtriebsplantage (KUP) als Rohstoff verwendet werden. Künstlich geschaffene Wälder stellen dabei auch neue Lebensräume für Wildtiere dar. Auch pflanzliche Abfälle – beispielsweise Maische aus Brauereien oder Holzspäne in Möbelwerken – aus anderen Industrien können zur Biomasse gezählt werden. Eine weitere Verwendung ist ganz im Sinne der Nachhaltigkeit.

 

3.) Aus Biomasse kann lagerbares Biogas hergestellt werden.

Eine der großen Herausforderungen der Energiewende ist, dass Strom, etwa aus Solaranlagen, nicht ständig zur Verfügung steht. Eine Möglichkeit, dieses Problem zu lösen, stellt Biogas dar: Es lässt sich als Brennstoff in Blockheizkraftwerken einsetzen oder zu synthetischem Erdgas Letzteres können wiederum Gaskraftwerke zur Stromerzeugung nutzen.

 

Nachteile der Biomasse

1.) Biomasse stammt häufig aus der Massentierhaltung und ist daher oft mit großem Tierleid verbunden.

Das gilt auch dann, wenn anstelle von Tierkadavern beispielsweise Gülle oder Mist zum Einsatz kommen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Massentierhaltung nicht nur für unsägliches Tierleid verantwortlich ist, sondern auch für fast 60 Prozent der landwirtschaftlichen Treibhausgase.

2.) Auch Biomasse aus Abfällen ist nicht vegan.

Sie kann sämtliche Abfälle enthalten, die von Haushalten und Betrieben entsorgt werden. Dazu gehören neben den Resten tierischer Produkte z. B. auch nicht recyclingfähige Kunststoffe. Das ist weder vegan, noch biologisch.

3.) Der Anbau von Energiepflanzen beansprucht zusätzliches Ackerland.

Es gibt neben Mais, Zuckerrübe, Raps oder Sonnenblumen, die zumindest eine Doppelnutzung erlauben, auch spezielle Energiepflanzen wie beispielsweise Miscanthus, das Riesen-Chinaschilf oder die Durchwachsene Silphie. Ihr Anbau erfolgt einzig und allein zur Erzeugung von Energie. Er steht damit in Konkurrenz zu anderen Nutzungsformen, wie der Nahrungsmittelproduktion. Zudem sind einige der Energiepflanzen nicht in Deutschland heimisch. Breiten sich diese Neophyten unkontrolliert aus, können sie ganze Ökosysteme zerstören. Außerdem müssen zumindest einige der Energiepflanzen gedüngt, gepflegt und abgeerntet werden. Dünge- und Pflanzenschutzmittel schaden den Böden sowie dem Grundwasser und töten Insekten und andere Tiere.

 

Wie bereits erwähnt, können auch landwirtschaftliche Abfallprodukte wie Mist oder Gülle zu Strom verarbeitet werden. Es gibt dabei auch vom Standpunkt des Umweltschutzes sowohl Argumente für als auch gegen eine derartige Nutzung: Mist und Gülle fallen in der Tierhaltung ohnehin an und müssen auf irgendeine Weise entsorgt werden. Ihre übermäßige Ausbringung auf Äckern und Feldern führt jedoch zur Überdüngung und belastet schließlich auch das Grundwasser. Werden Mist und Gülle hingegen zunächst als Biomasse vergoren, um aus ihnen Biogas zu gewinnen, dann ist der zurückbleibende Feststoff als Düngemittel wesentlich umweltfreundlicher.

Andererseits wird gegen die Nutzung dieser Abfälle der Vorwurf erhoben, dass es sich dabei eigentlich um eine Art indirekte Unterstützung der Massentierhaltung handele. Denn nur durch diese fallen überhaupt so große Mengen Mist und Gülle an, dass ihre Entsorgung zum Problem wird und sich die Errichtung einer Biogasanlage finanziell lohnt. Es liegt also in der Entscheidung jedes Einzelnen, ob er oder sie die Nutzung derartiger Biomasse noch als nachhaltig und umweltschonend ansieht.

 

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Unserer Meinung nach kann Strom aus Biomasse nicht als vegan bezeichnet werden. Die zusätzliche Belastung von Äckern durch den Anbau von Energiepflanzen und vor allem das Leid der Tiere in der Massentierhaltung überwiegen den Nutzen, den die Verstromung von Rohstoffen pflanzlichen und tierischen Ursprungs bringen kann. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, nur Strom aus wirklich veganen Energiequellen wie Solarenergie, Gezeitenkraft und Geothermie anzubieten. So versorgen wir Dich mit klimafreundlicher und umweltschonender Energie und unterstützen Dich somit dabei, in allen Bereichen Deines Lebens nachhaltig zu handeln.

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