Aquaponik

Kombinierte Fisch- und Pflanzenzucht in einem nachhaltigen Kreislauf

Hinter Aquaponik verbirgt sich eine spezielle Form der Aquakultur. Sie kombiniert Fischzucht mit pflanzlichem Anbau in einem geschlossenen Kreislaufsystem. Durch die sinnvolle Nutzung von Synergien lassen sich Nahrungsmittel standortunabhängig und nachhaltig produzieren. Dabei dienen die Exkremente der Fische als Nährstoffe für Pflanzen. Aquaponik bildet einen wichtigen Pfeiler für die Lebensmittelversorgung der Zukunft. Sie ist auch in Großstädten praktizierbar, wodurch kostspielige und klimaschädliche Transporte entfallen. Mehr über die Funktionsweise und den Nutzen des Verfahrens erfährst Du im Lexikon von Vegan Strom.

 

Nach uraltem Vorbild chinesischer Reisbauern

Aquaponik verknüpft zwei Disziplinen miteinander: die Aquakultur, also die Fischzucht, und die Hydroponik, also bodenfreie Pflanzenzucht. Vor allem in Südostasien hat das Verfahren eine lange landwirtschaftliche Tradition. So ließen chinesische Bauern schon vor tausend Jahren Karpfen in ihren gewässerten Reisfeldern schwimmen. Sie nutzten die nährstoffreichen Ausscheidungen der Fische als „Dünger“ für die Pflanzen. Als Begründer der modernen Aquaponik gelten die Amerikaner Mark McMurty und Dog Sanders. Sie entwickelten 1985 das erste geschlossene Kreislaufsystem zur kommerziellen Nutzung. Darin wurden die Fischausscheidungen von Tilapia-Buntbarschen mithilfe von Algen und Bakterien aufbereitet und für die Aufzucht von Tomatenpflanzen genutzt. Inzwischen sind Aquaponik-Systeme im kleinen und großen Maßstab auf der ganzen Welt verbreitet – Tendenz steigend.

Und so funktioniert das Verfahren: Eine Aquakultur-Anlage und eine Hydroponik-Einheit sind in einem geschlossenen Kreislauf miteinander verschaltet. In Behältern oder offenen Teichen werden in temperiertem Wasser in der Regel anspruchslose Speisefische gehalten, die pflanzliches Futter, beispielsweise Algen, bekommen. Sehr beliebt für Aquaponik sind Buntbarsche aus den Gattungen Tilapia oder Oreochromis. Über einen Lamellenfilter erfolgt nach der Aquakultur-Einheit die Reinigung des verschmutzten Wassers aus dem Fischtank. In einem mit Mikroorganismen besiedelten Biofilter wandeln Mikroben das Ammonium der Fischausscheidungen in Nitrat (NO3) um. Eine Pumpe lässt dieses Wasser dann in die Hydroponik-Einheit strömen. Hier erfolgt die Aufzucht der Pflanzen, in der Regel Gemüse. Das mit Nitrat angereicherte Wasser fließt durch Rinnen und flutet die Pflanzenwurzeln kontinuierlich. Sie können so den enthaltenen Stickstoff aufnehmen. Läuft das Wasser über, wird es wieder in den Fischtank geführt und der Kreislauf beginnt erneut.

 

Aquaponik schützt das Klima und unterstützt die urbane Versorgung

Aquaponik eignet sich besonders gut für Gemüsepflanzen, die einen starken Nährstoffbedarf haben, etwa Gurken, Tomaten, Paprika und Auberginen. Experten sind sich einig, dass das Verfahren viel Potenzial hat, um Lebensmittel nachhaltiger zu produzieren. Sie schreiben ihm folgende Vorteile zu:

  • keine Beanspruchung landwirtschaftlicher Nutzflächen
  • Unabhängigkeit vom Standort
  • ressourcensparend: Reduzierung von Wasserverbrauch, Einsparung von Düngemitteln, Senkung der Abwasserbelastung
  • Klimafreundlichkeit durch kurze Transportwege
  • Nutzung von Abwärme zum Beheizen des Fischwassers
  • einfacher Unterhalt der Anlage
  • Nahrungsmittelproduktion nah am Konsumenten

 

Grüne Energie ohne Tierleid: Vegan Strom

Auch privat wird Aquaponik schon im kleinen Stil in Gewächshäusern genutzt. Neben Gemüse lassen sich auch Gartenkräuter hervorragend damit kultivieren. So machst Du Dich als Verbraucher ein stückweit unabhängig. Wenn Du auf Nachhaltigkeit und gesunde, rein pflanzliche Ernährung Wert legst, kannst Du jetzt noch einen Schritt weiter gehen – mit einer veganen Stromversorgung. Denn wir von Vegan Strom setzen auf Energiegewinnung, die nicht in die Lebensräume und das Leben von Tieren eingreift. Wir beziehen unseren Strom aus Photovoltaik, Gezeitenkraft und Geothermie. Mit einem Wechsel zu Vegan Strom kannst auch Du ganz einfach einen Beitrag leisten: für mehr Umweltschutz und weniger Tierleid!

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