Tierrechte

Rechte von Tieren: Mitgeschöpfe respektieren

Tiere haben Rechte – dieser Aussage würden viele Menschen zustimmen, ohne ebenjene Rechte genau benennen zu können. Da Tierrechte eher ethische Theorie als Praxis sind, ist dies verständlich. Doch woher kommt die moralische Motivation, Tieren subjektive Rechte zuzuschreiben? Im Lexikon von Vegan Strom erfährst Du alles Wichtige über die philosophischen Grundlagen der Tierrechte sowie die praktischen Unterschiede zum Tierschutz.

 

Tierrecht und ethische Philosophie

Die Geburt des modernen Tierrechtsgedankens wird eng mit den emanzipatorischen Bewegungen der 1960er Jahre verknüpft. Bis dahin bestand die Annahme, Tiere seien dem Menschen aufgrund mangelnder Intelligenz unterlegen und könnten ihre Rechte daher nicht wahrnehmen. Für diese Diskriminierung wurde der Begriff des „Speziesismus“ geprägt. Tierrechtler argumentieren daher vor allem aus moralphilosophischer Sicht – betonen etwa die Leidensfähigkeit und das Bewusstsein der Tiere –, um ähnlich wie beim Menschenrecht universelle Grundrechte anzustreben, die die Selbstbestimmung des Lebens und das Recht auf körperliche Unversehrtheit in den Mittelpunkt stellen. Dies bedeutet jedoch nicht die rechtliche Gleichstellung von Mensch und Tier. Vielmehr wird den Tieren ein Wert zugeschrieben, der ihnen eigen ist und nicht aus der Nutzung durch den Menschen resultiert. Massentierhaltung und medizinische Tierversuche sind damit nicht vereinbar und werden abgelehnt.

Kritiker argumentieren hingegen mit der Nichtwahrnehmbarkeit der Rechte durch die Tiere, auch wenn dieser Fakt beim Menschen keine Rolle spielt. Eine Person ohne ein Bewusstsein für rechtliche Normen und Konzepte wird dennoch unter diesen berechtigt oder gerichtet. Des Weiteren wird die Legitimität derjenigen, die Tierrechte einfordern, infrage gestellt oder unnötige Komplexität kritisiert, die es den meisten Menschen unmöglich mache, Tierrechte zu begreifen.

 

Tiere im deutschen Recht

Das „boshafte Quälen oder Misshandeln” von Tieren, das entweder „öffentlich oder in Ärgernis erregender Weise” geschieht, wurde zwar schon im Jahr 1871 im Reichsstrafgesetzbuch unter Strafe gestellt. Jedoch lässt sich erkennen, dass hier nicht das verursachte Leid der Tiere im Vordergrund steht, sondern das Wohlergehen der Menschen, die dies miterleben müssen. Das Tierschutzgesetz von 1972 fügt dem oben genannten Strafbestand den Zusatz „ohne vernünftigen Grund“ hinzu – bis heute eine zweifelhafte Formulierung angesichts von Massentierhaltung, medizinischen Tierversuchen und der Haltung in Gefangenschaft, beispielsweise in Zoos und Zirkussen. Innerhalb des Tierschutzgesetzes geregelt werden vor allem der Kauf und Verkauf sowie die Unterbringung der Tiere – nicht deren Wert und deren Rechte an sich.

Nach Paragraph 90a des Bürgerlichen Gesetzbuches gelten Tiere nicht als (rechtliche) Sachen, werden aber als solche behandelt, sollte es keine spezifische Rechtsvorschrift geben, die dies ausschließt. Diese Ambivalenz ist das Produkt der Widersprüche aus ideellen und ethischen Ansprüchen im Rahmen des Tierschutzes zum einen und der wirtschaftlichen Notwendigkeit zum anderen. Für die Durchsetzung von Tierrechten ist die Gesetzeslage aber ungeeignet.

 

Tierrechte und Tierschutz

Tatsächlich haben Tierschützer und Tierrechtler vieles gemeinsam und es ist schwer, eine exakte Grenze zwischen Tierschutz und Tierrechtsarbeit zu ziehen. Allgemein kann festgehalten werden, dass Tierschutz sich in der Regel auf eine Auswahl bestimmter Tierarten konzentriert. So engagieren sich Tierschützer zum Beispiel für Zuchttiere in Not oder demonstrieren für eine „artgerechte“ Tierhaltung. Viele Tierschutzorganisationen nehmen die Tötung von sogenannten Nutztieren aber durchaus in Kauf. Die klassische Arbeit von Tierschützern besteht also in erster Linie darin, Tieren direkt und unmittelbar zu helfen. Tierrechtler hingegen lehnen kommerzielle Tierhaltung grundsätzlich ab. Für sie gibt es keine Unterscheidung zwischen Nutz- und Haustier. Tierrechtsaktivisten sind selbstverständlich auch im Tierschutzbereich aktiv, sie stellen aber die übergeordnete Forderung nach allgemeinen Tierrechten in den Mittelpunkt und setzen sich weniger für eine optimierte (also vermeintlich „tierfreundlichere“) Art der Tierausnutzung, bei der Tiere aber nach wie vor gequält und getötet werden, ein.

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