Solidarische Landwirtschaft

SoLaWi setzt auf persönliche & überschaubare Wirtschaftskreisläufe und damit auf regionale & saisonale Lebensmittelproduktion

Globaler Wettbewerbsdruck, Konkurrenzfähigkeit und ein unerbittlicher Preiskampf bedeuten für die Landwirtschaft vielfältige ethische, wirtschaftliche und ökologische Probleme. Betriebe müssen zunehmend industrialisiert werden, um auf dem internationalen Markt bestehen zu können. Das Konzept der solidarischen Landwirtschaft (kurz: SoLaWi) will diesen Prozessen aktiv entgegenwirken und setzt auf persönliche und überschaubare Wirtschaftskreisläufe. Auf Vegan Strom erfährst du mehr dazu!

 

Globalisierung und Landwirtschaft

Die Ausrichtung auf den internationalen Handel macht auch vor der Landwirtschaft nicht Halt. Günstig zu produzierende Erzeugnisse werden auf dem globalen Markt angeboten mit der Folge, dass sich Wettbewerbsfähigkeit zum ausschlaggebenden Faktor landwirtschaftlicher Produkte entwickelt. Niedrige Preise auf dem Weltmarkt zwingen dann zu effektiveren Produktionsmethoden, denen sich die verschiedenen Betriebe anpassen müssen. Das führt zu industrieller Arbeitsteilung, leicht zu bearbeitenden Monokulturen, Massentierhaltungen und damit einem Absterben der traditionellen Landwirtschaft. Der globale Konkurrenzdruck zwingt letztlich viele Betriebe zur ökonomisierten Ausbeutung von Natur und Mensch. Die daraus resultierenden Folgen sind fatal: Luftverschmutzung durch fossile Brennstoffe, Erosion der Böden, Gesundheitsprobleme durch minderwertige Fleischqualität. Doch diese Form der Landwirtschaft ist nicht alternativlos. Viele Landwirte suchen Auswege und finden sie in der solidarischen Landwirtschaft.

 

Solidarische Landwirtschaft: Alternative zum Marktdruck

Das Konzept der solidarischen Landwirtschaft beruht im Wesentlichen auf einem Zusammenschluss privater Haushalte mit landwirtschaftlichen Betrieben. Erzeuger*Innen errechnen auf Basis der geschätzten Kosten für die jährliche Unterhaltung von Hof, Saat, Ernte etc. einen verpflichtenden Kostenbetrag. Dieser wird dann von den jeweiligen Haushalten in der Regel monatlich im Voraus gezahlt. Alle damit produzierten Erzeugnisse werden anschließend an den solidarischen Zusammenschluss verteilt. Bei der solidarischen Landwirtschaft erhält der Betrieb auf diese Weise finanzielle Sicherheit und Unabhängigkeit vom globalen Markt. Es entsteht ein eigenständiger, regionaler und persönlicher Wirtschaftskreislauf, der eine faire und nachhaltige Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse ermöglicht. Dazu kommt noch ein wichtiger Nebeneffekt: das Gefühl der persönlichen Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt wird gestärkt. Bei der solidarischen Landwirtschaft erfahren die Verbraucher*Innen direkt den Einfluss des eigenen Konsumverhaltens und können so aktiv an der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft arbeiten, die nicht von globalen Marktzwängen kontrolliert wird. Außerdem stehen Betrieb und Abnehmer*Innen stets in engem Kontakt. Das fördert das Verständnis für landwirtschaftliche Prozesse und Nahrungserzeugung.

 

Solidarische Landwirtschaft: Modern aber nicht neu

Das Konzept solidarischer Landwirtschaftsverbunde ist als Reaktion auf zunehmende Industrialisierung und Globalisierung zwar eine moderne Idee aber keine, die erst in den letzten Jahren entstanden ist. Erste Modelle gab es bereits seit den 1960er Jahren in Japan. Kurz darauf adaptierten US-amerikanische Landwirte das Prinzip, worauf sich die sogenannte Wirtschaftsweise der „Community-supported agriculture“ entwickelte. In Deutschland wurde der Begriff „Solidarische Landwirtschaft“ ab den 1980er Jahren geprägt. Erste Zusammenschlüsse entstanden ebenfalls in dieser Zeit. Das Konzept ist historisch eng verbunden mit der anthroposophisch geprägten biologisch-dynamischen Landwirtschaft, die hierzulande vor allem von Demeter vertreten wird. Im Zuge des Klimawandels und eines zunehmend hinterfragten Konsumverhaltens findet die solidarische Landwirtschaft auch Eingang in politische Programme. Sie gilt dabei als Vorbild für regionale Produktion, Wertschöpfung und Vermarktung.

Noch mehr Informationen zur „Solawi“ und wie Du selbst daran teilnehmen kannst, findest Du beim Netzwerk „Solidarische Landwirtschaft e.V.“. Infos zu anderen Themen rund um Nachhaltigkeit und Veganismus gibt es bei Vegan Strom!

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