Solarturmkraftwerke

Erzeugen Dampfkraft durch Heliostate

Solarthermie kann direkt zur Gewinnung von Wärmeenergie oder aber indirekt zur Stromerzeugung in Sonnenwärmekraftwerken verwendet werden. Ein Beispiel für eine solche Anlage ist das Solarturmkraftwerk. Es bündelt mithilfe von reflektierenden Spiegeln, sogenannten Heliostaten, die Sonneneinstrahlung, sodass ein Arbeitsmedium verdampft. Dieser Dampf treibt Turbinen an. Das Lexikon von Vegan Strom stellt Dir die Anlagen genauer vor.

 

Wie funktioniert ein Solarturmkraftwerk?

Solarturmkraftwerke funktionieren nach dem Prinzip der Dampfkraftwerke. Allerdings werden zur Dampferzeugung keine Brennstoffe wie Kohle, Erdgas oder Biomasse verfeuert, sondern die Solarthermie genutzt. Dabei konzentrieren hunderte oder sogar tausende Heliostate, die um das eigentliche Kraftwerk angeordnet sind und sich automatisch am Sonnenstand ausrichten, die Solarenergie auf einen Turm, genauer gesagt auf eine sogenannte solare Brennkammer. Durch die Bündelung der Wärme entstehen so Temperaturen von mehreren tausend Grad Celsius in der Kammer, die dafür verwendet werden, ein Wärmeträgermedium zu erhitzen. In der Regel kommen Wasserdampf, flüssiges Nitritsalz oder Heißluft zum Einsatz. Das Arbeitsmedium wird anschließend wie in jedem anderen Dampfkraftwerk auch durch eine Turbine geführt, versetzt diese in Rotation und ein gekoppelter Generator wandelt die Bewegungsenergie in elektrischen Strom um. Anschließend erfolgt die Kühlung des Mediums, sodass eine erneute Einspeisung in den Kreislauf möglich ist. Hierfür kann bei ausreichendem Vorhandensein Wasser zum Einsatz kommen oder aber eine Trockenkühlung. Letztere verringert allerdings den Wirkungsgrad der Anlagen.

Dasselbe Prinzip der Sonnenbündelung nutzen auch sogenannte Solarschmelzöfen. In diesen wird jedoch kein Strom erzeugt. Diese stellen thermische Energie für physikalische oder chemische Prozesse bereit. Hierzu zählen etwa das Schmelzen von Metall oder Glas sowie das Sintern oder das Brennen von Keramik.

 

Die Vor- und Nachteile von Solarturmkraftwerken

Solarenergie ist theoretisch unendlich verfügbar. Folglich verringert die Nutzung von Solarturmkraftwerken unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Die Anlagen arbeiten dabei wie die meisten regenerativen Energiequellen vollkommen ohne Treibhausgasemission und wirken somit dem Treibhauseffekt und dem Klimawandel entgegen. Des Weiteren sind sie im Vergleich zu konventionellen Kraftwerken, vor allem gegenüber Atomkraftwerken, preiswerter in Installation und Wartung. Sie produzieren damit günstigeren Strom. Solarturmkraftwerke können selbst ohne Sonneneinstrahlung arbeiten, sogar nachts. Die für den Betrieb benötigte Wärmeenergie kommt in diesem Fall aus Flüssigsalzspeichern. Hierbei muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Temperaturen in diesen nicht unter 260 Grad Celsius sinken, ansonsten kristallisiert das Salz und der Speicher wird unwiderruflich zerstört.

Solarturmkraftwerke sind dennoch abhängig von der Tages- und Jahreszeit, denn wenn wenig Sonne scheint, wird folglich auch weniger Energie produziert. Für den Bau eignen sich daher sonnenreiche Gebiete in subtropischen oder tropischen Zonen. Die Anlagen sind in der nordafrikanischen Wüste zum Beispiel zehnmal effektiver als bei uns. Folglich muss ein enormer Ausbau des Stromnetzes erfolgen, um die Energie von den Kraftwerken an vorteilhaften Standorten in andere Ländern zu den Verbrauchern zu transportieren. Nicht zuletzt stellen Solarturmanlagen eine große Gefahr für die Tierwelt dar. Im Gegensatz zu in sich geschlossenen, niedriger temperierten Sonnenwärmekraftwerken wie Solarfarmkraftwerken werden durch die Heliostate gewaltige Temperaturen offen auf die Brennkammer gerichtet. Diese können Lebewesen töten, wenn beispielsweise Vögel oder Insekten in den gebündelten Lichtstrahl fliegen.

 

Solarturmkraftwerke sind praktisch, aber gefährlich für Tiere

Wie bei jeder Anlage, die Solarenergie nutzt, produzieren auch Solarturmkraftwerke nachhaltigen und klimaneutralen Strom. Somit können sie zu einer sauberen Energiewende beitragen. Nichtsdestotrotz ist die Gefahr für die Tierwelt, die von ihnen ausgeht, mit der von Windenergieanlagen vergleichbar. Folglich ist der Strom aus Solarturmkraftwerken alles andere als vegan. Aus diesem Grund lehnen wir von Vegan Strom die Energieerzeugung in diesen Anlagen ab und unterstützen mit unserem Strommix stattdessen nur tierfreundliche Solarenergie wie Photovoltaik- und Solarfarmkraftwerke. Doch auch andere Energiequellen, die das Tierwohl nicht gefährden, wie Geothermie und Gezeitenkraft, nutzen wir und fördern sie somit. Auch Du kannst einen Beitrag für eine tierleidfreie Stromerzeugung leisten. Wechsele dafür einfach zu uns und hilf mit, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

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