Schlachtung

Schlachtungen: Tiere töten – für den menschlichen Verzehr

Bereits seit Jahrtausenden nutzt der Mensch Tiere für seine Zwecke. Dazu gehören auch Schlachtungen, die dem Gewinn von Fleisch dienen, welches so das Nahrungsangebot bereichert. Heutzutage führen Schlachtungen vor allem Großbetriebe durch. Diese sind auf reinen wirtschaftlichen Gewinn ausgelegt. Die Schlachtbedingungen lassen dabei häufig zu wünschen übrig. Nicht jedes Tier wird beispielsweise ordnungsgemäß betäubt. Welchen Qualen Schweine, Rinder, Geflügel und Co. beim Schlachten ausgesetzt sind, erfährst Du im Lexikon von Vegan Strom.

 

Tiere schlachten: Zahlen und Fakten im Überblick

Nicht nur bei den Deutschen, auf der ganzen Welt steht Fleisch hoch im Kurs. Ob Schwein oder Rind, Huhn oder Pute – mit (am besten möglichst billigem) Fleisch lässt sich eine Vielzahl wohlschmeckender Gerichte zaubern. Nur die wenigsten Menschen führen sich jedoch beim Genuss der kulinarischen Köstlichkeiten vor Augen, dass das, was sie da gerade essen, ein totes Tier ist. Auch der Fakt, dass die Lebewesen bei ihrer Schlachtung unvorstellbaren Qualen ausgesetzt sind, wird geflissentlich von sich weggeschoben. Um das Leid der Tiere besser zu verstehen, ist es allerdings notwendig, sich bewusst zu machen, was bei diesem Vorgang genau passiert.

Das Wort Schlachtung beschreibt die Tötung von Nutztieren unter Blutentzug. Ziel ist es, auf diese Weise Fleisch für den menschlichen Verzehr zu gewinnen. Auch Nebenprodukte – etwa Knochen, Hörner und Haut – stehen potenziell für die weitere Verarbeitung zur Verfügung. Schlachtungen dürfen in den meisten Staaten der westlichen Welt nur unter Betäubung (etwa per Bolzenschuss, elektrischer Durchströmung oder Kohlenstoffdioxid) und von ausgebildeten Fleischern durchgeführt werden. Im Sinne der Schlachttier- und Fleischuntersuchung wird das Töten amtlich überwacht. Der Gesamtprozess – auch als Schlachtstraße bezeichnet – gestaltet sich wie folgt:

  • Betäuben und Anhängen,
  • Abstechen und Entbluten,
  • Haut, Haare und Federn entfernen,
  • Ausweiden,
  • Bearbeiten und Reinigen

Allein in Deutschland wurden im Jahr 2019 über 55,1 Millionen Schweine, 3,4 Millionen Rinder, 703,4 Millionen Hühner, Enten, Gänse und Puten (Geflügel gesamt) sowie 1,1 Millionen Schafe und 20.600 Ziegen und 4.700 Pferde geschlachtet. Die Zahlen nehmen langsam ab. Im Jahr 2019 starben 8 Millionen Tiere weniger. Da jedoch die Menge an erzeugtem Geflügelfleisch innerhalb der letzten zehn Jahre stieg, bleiben die Gesamtzahlen mit 763 Millionen Schlachtungen sehr hoch und gerade Geflügel leidet besonders unter Qualzucht. Hier wird noch immer stark auf den Fleischansatz gezüchtet, was bei den Tieren im Einzelnen unsägliches Leid zur Folge hat.

 

Die Qualen der Tiere beim Schlachten

Bereits seit vielen Jahren sind Schlachtungen scharfer Kritik ausgesetzt. Vor allem Tierschützer, Tierrechtsaktivisten und Veterinärmediziner setzen sich vermehrt dafür ein, das Töten von Tieren für den menschlichen Verzehr zu unterbinden. Folgende Punkte spielen dabei eine wichtige Rolle:

  • Bereits beim Transport zum Schlachthof im LKW sind die Tiere großen Qualen ausgesetzt. Enge Käfige und Ladeflächen sorgen für Platzmangel. Ausreichend Wasser und Futter sowie Frischluft sind oft nicht vorhanden.
  • Die Betäubung mittels Kohlenstoffdioxid löst bei den Tieren erst einmal schwere Atemnot und Panik aus, bevor ihre tatsächliche Wirkung einsetzt.
  • Auch Bolzenschussgeräte und Elektrozangen, die ebenfalls zur Betäubung zum Einsatz kommen, werden von den unter Zeitdruck arbeitenden Mitarbeitern teilweise falsch gewartet oder platziert – und verlieren so an Effektivität.
  • Bei der Betäubung von Geflügel werden die Tiere zum Teil kopfüber aufgehangen und dann in ein Wasserbad getaucht. Dieser Prozess ist zum einen mit Schmerzen, manchmal sogar mit Stromschlägen verbunden: Zum anderen werden nicht alle Tiere vollständig, einige sogar gar nicht in das Wasser eingetaucht – die Betäubung setzt also nicht zwangsläufig ein.
  • Nicht bei jedem Schlachttier wird – wie vorgegeben – geprüft, ob die Betäubung erfolgreich war. Einige der Lebewesen werden deshalb bei vollem Bewusstsein getötet. Das erzeugt unvorstellbare Schmerzen.
  • Oftmals werden auch trächtige Tiere geschlachtet. Bei Kühen ist davon auszugehen, dass etwa 10 Prozent der Tiere ein Kälbchen in ihrem Bauch tragen. Seit dem 1. September 2017 dürfen zwar Kühe, die sich im letzten Drittel der Trächtigkeit befinden, nicht mehr geschlachtet werden – für Schafe und Ziegen gilt dieses Gesetz beispielsweise aber nicht.

Gegner von Schlachtungen fordern deshalb, die gesetzlichen Richtlinien für Schlachtungen anzupassen und so unnötiges Tierleid zu verhindern. Auf der einen Seite muss dabei die gezielte Tierquälerei unterbunden und auf der anderen Seite das Tierwohl forciert werden. Reportagen und Insiderberichte legen zudem nahe, dass auf Schlachthöfen geltendes Recht häufig nicht eingehalten wird und tierschutzrelevante Anforderungen nicht erfüllt werden. Da es sich bei den meisten Schlachthöfen um Großbetriebe handelt, ist es hier oft von vornherein gar nicht möglich, sich an die festgelegten Bedingungen zu halten. Hier muss es seitens der Behörden mehr Kontrollen und bei Verstößen deutlich härtere Sanktionen geben.

Grundsätzlich ist es daher empfehlenswert, beim Kauf von Fleisch – wenn dieses denn unbedingt gewollt wird – auf zertifizierte Bio-Produkte von kleinen, möglichst regionalen Herstellerbetrieben zurückzugreifen. Doch auch hier solltest Du Dir unbedingt vor Augen halten: Töten ist Töten – und eine „humane“ Art der Schlachtung gibt es nicht!

 

Schlachtungen und weiteres Tierleid aktiv verhindern

Möchtest Du verhindern, dass Tiere weiterhin für menschliche Zwecke gequält und ausgebeutet werden, ist es sinnvoll, bei Deiner Ernährung in Zukunft gänzlich auf Fleisch zu verzichten. Noch besser ist es natürlich, wenn Du alle tierischen Produkte – also zum Beispiel auch Milch, Eier, Käse, Leder und Wolle – meidest und damit nicht nur vegetarisch, sondern vegan lebst.

Auch wir von Vegan Strom setzen uns aktiv für den Schutz aller Lebewesen ein. Auf unserer Website findest Du deshalb zahlreiche Informationen rund um Veganismus, ein Leben ohne Tierleid sowie praktische Tipps und Tricks für den Alltag. Darüber hinaus bieten wir Dir die Möglichkeit, von uns Strom zu beziehen, bei dessen Produktion und Transport kein Tier zu Schaden kommt. Dazu setzen wir ausschließlich auf Sonnenenergie, Geothermie und Gezeitenkraft. So fördern wir den Ausbau der Erneuerbaren Energien und stellen gleichzeitig sicher, dass Ökosysteme und Biodiversität erhalten bleiben. Setze auch Du ein Zeichen für den Schutz von Tieren und melde Dich am besten gleich bei uns an!

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