Laufzeitverlängerung

Laufzeitverlängerung für deutsche Kernkraftwerke: die Geschehnisse im Überblick

Was die Anti-Atomkraft-Bewegung schon seit den 1980er-Jahren forderte, wurde in Deutschland im Jahr 2000 endlich beschlossen: der Ausstieg aus der Atomkraft. Doch nur zehn Jahre später folgte der erste mehrerer Rückzüge: Unter Angela Merkel als Bundeskanzlerin legte die Regierung eine erneute Laufzeitverlängerung für die 17 deutschen Atomkraftwerke fest. Warum auch diese Entscheidung inzwischen Geschichte ist und wann hierzulande die letzten Kernkraftwerke vom Netz gehen, erfährst Du bei Vegan Strom.

 

Schröder, Merkel und der Ausstieg vom Ausstieg

Die Forderung, Atomkraftwerke zu schließen, ist keine neue. Bereits seit den 1980er-Jahren machen Aktivisten, Wissenschaftler und weitere Interessenvertreter auf die Gefahren der Kernkraft aufmerksam. Die lachende Sonne mit der Aufschrift „Atomkraft? Nein danke“, das Symbol der Anti-Atomkraft-Bewegung, ist wohl eines der bekanntesten Logos überhaupt. Dennoch begann der Atomausstieg in Deutschland erst im Jahr 2000 unter der ersten rot-grünen Regierung (Kabinett Schröder I). Im Jahr 2002 wurde der entsprechende Vertrag mit den Energieversorgungsunternehmen bestätigt. Nach und nach sollten bis spätestens zum Jahr 2020 alle noch existierenden deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet und auf den Rückbau vorbereitet werden.

Doch dann kam der Rückzug vom Rückzug: Das Kabinett Merkel II entschied am 28. Oktober 2010 im Sinne der Atomwirtschaft und plädierte für eine Laufzeitverlängerung für deutsche Kernkraftwerke. Von den insgesamt 17 Atomkraftwerken sollten die sieben, die bereits vor 1980 an den Start gegangen waren, weitere acht Betriebsjahre erhalten, die übrigen zehn sogar 14 Jahre länger existieren.

 

Die Nuklearkatastrophe von Fukushima und ihre Folgen

Doch auch dieses Vorhaben hielt nicht lange an. Der Grund dafür war so eindrucksvoll wie schwerwiegend: Am 14. März 2011 kam es vor der Küste Japans zu einem Erdbeben, das einen Tsunami auslöste. Im nahegelegenen Kernkraftwerk Fukushima kam es zu einer Reihe von Unfällen und Störungen. Infolge der auf diese Weise verursachten Kernschmelze in drei der sechs Reaktoren wurden große Mengen an radioaktiven Emissionen freigesetzt, die Luft, Böden, Wasser und Nahrungsmittel kontaminierten. Rund 150.000 Menschen mussten ihr Zuhause vorübergehend, viele sogar für immer verlassen.

Die Nuklearkatastrophe von Fukushima führte nicht nur zu neuen Protesten der Atomkraftgegner und weiten Teilen der Bevölkerung, auch bei der deutschen Regierung bewirkte sie ein Umdenken in Bezug auf den geplanten Atomkraftkurs. Bereits wenige Tage nach dem Vorfall verkündete Angela Merkel das sogenannte Atom-Moratorium, das die dreimonatige Abschaltung der sieben ältesten Kernkraftwerke sowie des aufgrund der vielen Pannen umstrittenen Kernkraftwerks Krümmel festlegte. Am 6. Juni wurde die geplante Laufzeitverlängerung dann gänzlich zurückgenommen. Deutschland beschloss den endgültigen Ausstieg aus der Atomkraft. Acht Kernkraftwerke verloren am 6. August 2011 ihre Betriebserlaubnis, drei weitere folgten 2015, 2017 und 2019, die übrigen sechs sollen schrittweise bis zum Jahr 2022 abgeschaltet werden. Dieser Beschluss ebnete den Weg für eine nachhaltige, saubere Energiewirtschaft auf Basis erneuerbarer Quellen.

 

Laufzeitverlängerung? Nein danke: Erneuerbare Energien fördern

Zwar wird auch derzeit vor allem auf Seiten der Wirtschaft die Forderung, eine erneute Laufzeitverlängerung anzustreben, wieder lauter. Sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus umwelttechnischer Sicht ist dies aber in keinster Weise sinnvoll. Zum einen ist Atomstrom nur so „günstig“, weil er jahrelang vom Staat gefördert wurde und versteckte Kosten auf den Steuerzahler abgewälzt wurden. Zum anderen können Pannen, etwa wie in Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011, ungeahnte Folgen für Mensch und Umwelt mit sich bringen. Darüber hinaus ist eine sichere Lösung für die Lagerung des entstandenen Atommülls immer noch nicht in Sicht. Aus diesem Grund ist es wesentlich sinnvoller, den Sektor der Erneuerbaren Energien weiter voranzubringen, um die Herausforderungen der Energiewende zu meistern.

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