Kohleausstieg

Abkehr von der Kohleverstromung: Einschränkung der Nutzung von Braunkohle & Steinkohle

Ob als Heizgut, in Kraftwerken, in der Chemie- oder in der Stahlindustrie: Kein Brennstoff ist so schädlich für unser Klima wie Kohle. Zur schlechten Umweltbilanz kommen noch die Folgen von Bergbau und Transport des konventionellen Energieträgers hinzu. Die Kohle ist nicht nur für eine verkürzte Lebenserwartung der Bevölkerung als Resultat von Luftverschmutzung und Feinstaub verantwortlich, sondern auch für den Klimawandel. Emissionen aus der Kohleenergie beschleunigen die Erderwärmung und bringen so ganze Ökosysteme aus der Balance. Daher wollen viele Länder den Kohleausstieg forcieren. Zahlen und Fakten dazu findest Du im Lexikon von Vegan Strom.

 

Warum ist ein Kohleausstieg notwendig?

Die Verbrennung von Erdöl oder Erdgas zur Energieerzeugung ist alles andere als klimafreundlich, doch im Vergleich zum Kohlestrom ist sie fast schon als sauber zu bezeichnen. Von den insgesamt etwa 33 Milliarden Tonnen CO2, die im Jahr 2018 die Umwelt verschmutzten, entfielen allein 10 Milliarden, also umgerechnet ungefähr 30 Prozent, auf Kohlekraftwerke. Weitere 4,5 Milliarden Tonnen ergaben sich aus der Nutzung von Braun- bzw. Steinkohle als Heizgut und in der Industrie. Damit ist Kohle für fast die Hälfte der weltweiten Kohlenstoffdioxidemissionen verantwortlich. Und bei dieser Zahl sind noch nicht einmal die massiven Umweltschäden mit eingerechnet, die der Kohlebergbau zusätzlich mit sich bringt. Dies betrifft nicht nur die Emissionen, sondern ebenfalls die Zerstörung der Landschaften sowie ein Absinken des Bodenniveaus und damit ein Anstieg des Grundwasserspiegels. Da beispielsweise große Teile des Ruhrgebiets durch die Kohleförderung um mehrere Meter abgesunken sind, stünde ohne das fortwährende Abpumpen des Grund- und Grubenwassers wohl halb Nordrhein-Westfalen unter Wasser. Eine weiträumige Seenlandschaft wäre die Folge.

Zum CO2-Ausstoß kommt die Emission weiterer Schadstoffe durch die Verbrennung von Kohle hinzu, etwa von Feinstäuben, Stickoxiden, Schwefeldioxid sowie Schwermetallen wie Arsen und Quecksilber. Die Folgen hier sind massive Luftverschmutzung und Smog. Das kann die Gesundheit von Menschen und Tieren im Einzugsgebiet enorm schädigen. Nicht zuletzt – und vielen noch nicht einmal wirklich bewusst – befinden sich in den kohleführenden Erdschichten für gewöhnlich auch Spuren von radioaktiven Elementen wie Uran oder Thorium. Bei der Verfeuerung des fossilen Brennstoffs werden diese ebenfalls freigesetzt und reichern sich unter anderem in der Asche an. Sie fügen der Umwelt massive Schäden zu.

Ohne einen Kohleausstieg oder zumindest die drastische Reduzierung der Kohleverstromung ist das sogenannte Zwei-Grad-Ziel des im Jahr 2015 in Paris beschlossenen Klimaschutzvertrages nicht einhaltbar. Daher muss sich der Umbau der Energiewirtschaft beschleunigen. Der Ausbau und die Förderung Regenerativer Energien haben oberste Priorität. Nur so lassen sich weitere Schäden an unserem Planeten zumindest eindämmen. Viele Nationen ergreifen daher verschiedene Maßnahmen, um dies zu ermöglichen – etwa Emissionssteuern, Subventionen für saubere Technologien sowie die Einschränkung oder sogar den vollständigen Stopp der Förderung von Kohlestrom.

 

Wie weit sind wir noch von einem Kohleausstieg entfernt?

In den letzten Jahrzehnten stieg der Kohleverbrauch weltweit kontinuierlich an. Dies ist vor allem auf das beschleunigte Wirtschaftswachstum zurückzuführen. Die Zunahme der Weltbevölkerung belegt unter den Faktoren nur den zweiten Platz. Vor allem in den ärmeren, jedoch wachstumsstarken Ländern Asiens ist Kohlestrom aufgrund seiner im Vergleich zu Erneuerbaren Energien (scheinbar) geringen Kosten von großer Bedeutung. Mit Abstand größter Kohleverbraucher der Welt ist China, sowohl im Energiesektor, als auch insgesamt.

In Deutschland ging der Anteil des aus Kohle gewonnenen Stroms seit 1991 stetig zurück. Damals betrug er noch mehr als 55 Prozent. Im Jahr 2019 waren es nur noch knapp 30 Prozent. Das sind gute Nachrichten! Jedoch ist auch die Bundesrepublik noch weit von einem vollständigen Kohleausstieg entfernt. Das Ziel Kohleausstieg und damit ein absehbares „Ende der Kohleverstromung“ ist jedoch bereits klar formuliert: Am 26. Januar 2019 bestimmte die Kohlekommission den endgültigen Verzicht auf Energie aus Kohlekraftwerken bis zum Jahr 2038. Um dies zu erreichen, wurden bereits die Grundlagen für ein Kohleausstiegsgesetz gelegt, welches aus mehreren Entwürfen sowie Verhandlungen mit Kohlekonzernen hervorging. Ein Stilllegungspfad für die verbliebenen Kraftwerke wurde ebenfalls bereits erarbeitet: So sollen bis Ende 2022, zum geplanten Atomausstieg, zusätzlich etwa 2,8 Gigawatt Kohlestrom aus dem Strommix entfallen, bis 2029 weitere 5,7 Gigawatt. An verschiedenen Revisionszeitpunkten, zum Beispiel 2026 und 2029, soll der Plan evaluiert und nachgebessert werden, um den Kohleausstieg vielleicht sogar schon 2035 zu verwirklichen. Ob diese Ziele letztendlich wirklich realisiert werden, wird die Zeit zeigen.

 

Mit dem Kohleausstieg den Planeten retten

Keine Energiequelle ist so umweltschädlich wie Strom aus Braun- und Steinkohle. Um die Ziele des Pariser Klimaschutzvertrages zu erreichen, muss die Kohleverstromung drastisch vermindert, auf lange Sicht vollständig abgeschafft werden. Denn abseits der Klimaunverträglichkeit handelt es sich bei Kohle um einen endlichen Rohstoff, dessen Reserven etwa Mitte des nächsten Jahrhunderts vollständig aufgebraucht sein werden. Viele Stromanbieter haben bereits erkannt, dass Regenerative Energien den Strom der Zukunft bereitstellen und bieten daher klimafreundliche Ökostrom-Tarife an. Dies tut auch Vegan Strom. Doch unser Ökostrom geht weiter. Wir haben bei unserem Strommix nicht nur die Umwelt, sondern ebenfalls das Tierwohl fest im Blick. Daher verzichten wir auch auf Erneuerbare Energien, deren Anlagen der Tierwelt in irgendeiner Weise Schaden zufügen. Wir setzen einzig und allein auf Solarenergie, Geothermie und Gezeitenkraft. Möchtest auch Du sowohl umwelt- als auch tierfreundlichen Strom beziehen, dann wechsele einfach zu uns und hilf mit, die Welt ein wenig besser zu machen!

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