Klimaneutralität

Klimaneutralität als Ziel für die nahe Zukunft

Klimaneutralität ist ein Wort, dass uns aktuell immer öfter und an ganz unterschiedlichen Stellen begegnet: vom klimaneutralen Kaffeebecher bis zum klimaneutralen Paketversand. Was sich hinter diesem Begriff genau verbirgt und welcher Zusammenhang zu Klimawandel und Politik besteht, erfährst Du jetzt bei Vegan Strom. Derzeit geht der Trend in Richtung Kompensation von CO2-Emissionen – aber ist das wirkliche Klimaneutralität?

 

Was bedeutet „Klimaneutralität“?

Alle Aktivitäten und Prozesse, die Treibhausgase freisetzen, wirken verstärkend auf die weltweite Klimaerwärmung. Im Umkehrschluss werden alle Aktivitäten und Prozesse, die keine Treibhausgase emittieren oder bei denen eine Kompensation der Emissionen erfolgt, „klimaneutral“ genannt, da sie keine Auswirkung auf das Klima haben sollen. Klimaneutralität klassifiziert also Produkte und Leistungen, bei denen sich die absolute Menge an klimaschädlichen Gasen in der Erdatmosphäre nicht erhöht.

Damit sich das hehre Ziel der Weltgemeinschaft, die Erderwärmung auf 2,0 oder noch besser auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, auch nur annähernd verwirklichen lässt, müssen alle Treibhausgasemissionen bis 2050 auf null gesetzt werden: Das heißt, bis dahin muss die ganze Welt klimaneutral handeln und leben. In der Praxis sind wir davon jedoch noch erschreckend weit entfernt, wie auch der Energiewende-Bericht der Bundesregierung bestätigt. Er attestiert, dass die Ampel hier auf „Rot“ steht und es in Sachen Klimaschutz und Klimaneutralität nicht vorangeht.

 

Klimaneutral ist nicht gleich klimaneutral

So manches Unternehmen wirbt derzeit mit Klimaneutralität. Es besteht jedoch ein großer Unterschied darin, wie Unternehmen diese Klimaneutralität erreichen. Möchte ein Produzent beispielsweise seine Kaffeebecher als „klimaneutral“ verkaufen, muss er die bei der Herstellung und Lagerung anfallenden Klimagase auf null reduzieren.

Die eine Möglichkeit ist eine Reduktion der Klimagase in gleicher Menge irgendwo anders auf der Welt – vorzugsweise dort, wo es billiger ist als bei uns. Bei einer solchen „Kompensation“ zahlt der Unternehmer eine festgelegte Summe an eine Organisation, die ihm ein entsprechendes Zertifikat ausstellt und mit dem Geld zumeist Projekte in Schwellen- und Entwicklungsländern finanziert, mit denen dort der Eintrag von klimaschädlichen Gasen in die Atmosphäre reduziert wird. Die andere Variante ist, dass der Kaffeebecher-Hersteller seine eigenen Produktions- und Arbeitsprozesse anpasst und klimaneutrale Rohstoffe, Energie und Transportmittel einsetzt. Nur die zuletzt genannte Maßnahme ist tatsächlich dauerhaft nachhaltig und hilft langfristig, die Schönheit des Planeten Erde zu erhalten.

 

Das Problem bei der Kompensation

Die Umstellung der hiesigen Produktion zur Erlangung von Klimaneutralität ist in der Regel kostenintensiver und aufwendiger als Kompensation. Sie ist jedoch die einzige effektive Stellschraube, um die Innovation und Entwicklung tatsächlich CO2-freier Produkte zu fördern. Wenn die reichen Industriegesellschaften, die ungleich mehr CO2 emittieren als Entwicklungsländer, ihren Konsum mit kostengünstiger Kompensation in Drittweltländern ausgleichen, so ist dies ein riskantes Verschieben in die Zukunft. Denn der billige Lebensstil im Hier und Jetzt verlagert die tatsächlichen Kosten einerseits in andere Länder und andererseits auf die nachfolgenden Generationen. Ein erforderliches Umdenken bei uns findet nicht statt: Es gibt Mineralölkonzerne, die „klimaneutrales Heizöl“ anbieten und zur Kompensation in Klimaschutzprojekte irgendwo auf der Welt investieren. Für den Verbraucher oder auch den Anbieter entsteht keinerlei Anreiz zum Energiesparen oder gar zur Umstellung auf einen anderen, klimafreundlicheren Lebenswandel. Eher verfestigt sich noch unsere klimaschädliche Lebens- und Wirtschaftsweise, weil wir ein „sauberes“ Gewissen haben. Kompensation ermöglicht es einzelnen, ihren klimaschädlichen Lebensstil billig zu „erkaufen“ und die ungleich höheren tatsächlichen Kosten auf die Allgemeinheit abzuschieben.

 

Langfristig denken und handeln

Unternehmer und Verbraucher sind in diesem Zusammenhang gleichermaßen gefordert: Sie müssen langfristiger denken. Auch die Politik muss Anreize schaffen, die Klimaneutralität bei uns voranzubringen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Einerseits kann der Staat gezielt innovative Technologien wie das Power-to-X-Konzept fördern und anderseits ist auch eine hohe Besteuerung des CO2-Ausstoßes eine angemessene „Erziehungsmaßnahme“.

Hinterfrage also, was genau sich hinter der „Klimaneutralität“ eines Produkts verbirgt und reduziere gezielt deinen eigenen CO2-Ausstoß! Mit tier- und klimafreundlicher Energie von Vegan Strom bist Du auf jeden Fall auf dem richtigen Weg, denn wir verzichten vollständig auf fossile Brennstoffe und setzen zu 100 % auf Erneuerbare Energien.

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