Kipppunkte im Klimasystem

Eine tickende Zeitbombe: Wenn das Klima aus den Fugen gerät und kippt

Ursache-Wirkung-Relation ist zunächst ein simples Prinzip: Je schneller Du in die Pedale trittst, desto schneller wird das Fahrrad. Doch beim Klimawandel ist das nicht ganz so einfach. Ab einem gewissen Punkt, den sogenannten Kipppunkten im Klimasystem, verselbstständigt sich der Klimawandel und lässt sich nicht mehr aufhalten. Mehr zu dieser Gefahr erfährst Du bei Vegan Strom.

Was sind Kipppunkte im Klimasystem?

Kipppunkte (englisch „tipping point“ oder „tipping element“) werden in der Klimaforschung als „Schwellenwert mit irreversiblen und rückkoppelnden, subsystemübergreifenden Schäden, die abrupt eintreten“, definiert. Sie operieren schwellenwertnah und können durch minimale externe Einflüsse in einen qualitativ neuen Zustand springen. Das klingt kompliziert? Versuchen wir es einmal mit einem einfachen Beispiel: Stelle Dir einen Topf mit warmem Öl vor, der auf einem Herd steht – unsere Atmosphäre. Du, die Menschheit, schaltest den Herd an und das Öl erwärmt sich. Wenige Grad später beginnt das Öl auf einmal zu brennen. Auch wenn Du den Herd sofort wieder ausschaltest, hört das Öl nicht auf zu brennen. Und neben dem Topf mit dem brennenden Öl steht Deine Gefriertruhe, und das Eis darin beginnt zu schmelzen. Kurz darauf läuft die Truhe über, das Wasser tropft auf das Stromkabel, ein Kurzschluss passiert und so führt eines zum nächsten.

Mit anderen Worten: Sobald das Öl zu brennen beginnt, kannst Du das a) nicht wieder rückgängig machen und b) der Ölbrand setzt eine Reihe von Reaktionen in Gang, an die wir vorher nicht gedacht haben und die wir auch nicht verhindern können. Im übertragenden Sinne funktioniert so auch unser Weltklima. Erreichen wir bei bestimmten Dingen Schwellenwerte – also die Kipppunkte im Klimasystem – setzen wir unvorhersehbare Kettenreaktionen in Gang. Das globale Klima ist allerdings ein wenig komplizierter und komplexer als unser Beispiel des Topfes mit Öl. Und Rückkopplungen, also sich selbst verstärkende Prozesse, machen das gesamte System noch unvorhersehbarer als es ohnehin schon ist.

 

Woher stammt der Begriff der Kipppunkte im Klimasystem?

Der Begriff der Kipp-Elemente wurde um das Jahr 2000 durch den Wissenschaftler Hans Joachim Schellnhuber das erste Mal benutzt. In einem Bericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen IPCC wies er auf die Möglichkeit hin, dass sich das Weltklima eventuell nicht, wie bis dahin angenommen, linear verändern könnte. 2008 erschien der Fachartikel „Tipping elements in the Earth‘s climate system“, an dem mehr als 80 internationale Experten mitgeforscht hatten: Sie hatten zunächst neun mögliche Kipppunkte im Klimasystem ermittelt, die noch vor 2100 erreicht werden könnten, inzwischen sind jedoch weitere, mögliche Kipppunkte hinzugekommen.

Außerdem gingen die Wissenschaftler ursprünglich davon aus, dass diese Kipppunkte erst bei einer Erderwärmung von etwa 5 Grad eintreten, in dem Sonderbericht von 2019 kam man aber zu dem Schluss, dass bereits bei 1 bis 2 Grad Erwärmung die ersten Kipppunkte erreicht werden. Zu dieser Zahl muss außerdem eine Ergänzung erfolgen: Die Erderwärmung bezieht sich immer auf die vorindustrielle Zeit. Die globalen Mitteltemperaturen sind seitdem schon um mehr als 0,7 Grad angestiegen. Alarmierender Rekord: Das Jahr 2016, dessen Durchschnittstemperatur 1,1 Grad über dem vorindustriellen Wert lag.

 

Welches sind mögliche Kipppunkte im Klimasystem?

Die Kipppunkte im Klimasystem lassen sich grob in vier Gruppen einteilen:

  • Die erste Gruppe sind abschmelzende Eismassen, wie zum Beispiel das arktische Meereis, der grönländische Eisschild oder die tibetischen Gletscher.
  • Die zweite Gruppe sind sich verändernde oder zusammenbrechende Luftströmungen: Beispiele hierfür sind unter anderem der El Niño, die verschiedenen Monsun-Winde oder der Jetstream.
  • Die dritte Gruppe sind verschwindende Ökosysteme, wie die borealen Nadelwälder, der tropische Regenwald, aber auch Korallenriffe.
  • Die vierte Gruppe ist der Ausstoß von Treibhausgasen in riesigen Maßstäben: In Permafrostböden (Böden, die rund um das Jahr gefroren sind, zum Beispiel in Sibirien) oder in unseren Ozeanen sind Methan und CO2 in gigantischen Mengen gebunden. Steigt die Temperatur weiter an, verlieren die Ozeane ihre Speicherfähigkeit und die Permafrostböden tauen auf, wodurch die darin gebundenen Treibhausgase frei werden und den Klimawandel um ein Vielfaches beschleunigen werden.

 

Was können wir tun?

Um den Klimawandel einzuschränken und das Erreichen der Kipppunkte im Klimasystem zu verhindern oder zumindest aufzuschieben, müssen wir unsere Treibhausgas-Emissionen sofort und stark reduzieren. Es ist wirklich dringend und in unser aller Interesse, den Klimawandel zu verlangsamen und das Erreichen der Kipppunkte im Klimasystem aufzuschieben! Einfache Möglichkeiten, die jeder Einzelne umsetzen kann, sind zum Beispiel weniger Auto zu fahren, weniger Fleisch zu essen oder Strom aus Erneuerbaren Energien zu nutzen. Umweltfreundliche Energie bekommst Du bei verschiedenen Ökostromanbietern – Vegan Strom geht noch einen Schritt weiter und setzt sich außerdem explizit für das Tierwohl ein. Wir müssen heute handeln, um das Morgen zu ermöglichen! Worauf wartest Du also noch? Wechsel jetzt zu Vegan Strom!

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