Deponiegas

Deponiegas: Müll wird Energieträger

In unserer heutigen Konsumgesellschaft fällt eine Menge Abfall an, sowohl organischer als auch anorganischer. Zwar wird im Sinne des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit versucht, diesen bestmöglich wiederzuverwerten, doch leider landet vieles dennoch auf Deponien. Organischer Müll kann hier allerdings als Energieträger dienen, denn bei seiner Zersetzung wird Deponiegas frei. Doch dies bringt auch Probleme mit sich. Das Lexikon von Vegan Strom stellt Dir das Gas genauer vor.

 

Entstehung und Verwertung von Deponiegas

Wie jede Art von Biogas entsteht auch Deponiegas durch verschiedene Zersetzungs- und Umwandlungsprozesse in organischem Material. Zuerst erfolgt hier die aerobe Phase, bei der der im Ausgangsmaterial eingelagerte Luftsauerstoff verbraucht wird und sich Produkte wie Wasser, Kohlendioxid oder Stickstoff bilden. Sinkt der Sauerstoffanteil unter ein bestimmtes Niveau oder ist er vollständig aufgebraucht, schließt sich die anaerobe Phase an. In dieser sorgen Bakterien zunächst einmal für Gärprozesse, bei denen weiterhin Stickstoff, jedoch auch Wasserstoff, CO2 sowie niedere Fettsäuren entstehen und der pH-Wert sinkt. Nachdem sich letzterer und die Temperatur stabilisiert haben und der Sauerstoff vollständig aufgebraucht ist, wandeln Mikroorganismen das organische Material schließlich in ein wassergesättigtes Gas um, welches überwiegend aus Methan (50 bis 70 %) und Kohlenstoffdioxid (30 bis 50 %) besteht.

Deponiegas lässt sich wie andere Arten von Biogas auf verschiedene Weisen nutzen, um elektrischen Strom oder Heizwärme bereitzustellen. Hierzu wird es zum Beispiel einfach vor Ort in Motoren, Heizungen oder Öfen verbrannt. Es kann ebenfalls in Mikrogasturbinen zum Einsatz kommen. Diese sind zwar teurer, jedoch deutlich flexibler und wartungsärmer. Nicht zuletzt besteht die Möglichkeit, Deponiegas mithilfe von Filter- und Membrantechnik in ein hochwertigeres Produktgas mit einem Methananteil von über 90 Prozent umzuwandeln. Durch diese Reinigung kann es wie auch aufbereitetes Biogas ins Gasnetz eingespeist und als deutlich wertvollerer Energieträger genutzt werden.

 

Gefahren und Umweltauswirkungen durch Deponiegas

Trotz seines Nutzens birgt Deponiegas auch ein hohes Gefahrenpotential. In Verbindung mit Luftsauerstoff kann von ihm eine hohe Brand- und sogar eine Explosionsgefahr ausgehen. In Deponienähe sowie in ungeschützten Gebäuden, Räumen oder Schächten auf dem Gelände müssen also Rauchen, offenes Licht und Feuer unbedingt gemieden werden. Auch eine Erstickungsgefahr sowie andere toxische Gefahrenpotentiale gehen vom Gas aus. Viele Spurenstoffe, die oftmals neben Methan oder Kohlenstoffdioxid enthalten sind, haben nachweislich eine gesundheitsschädliche oder sogar krebserregende Wirkung.

Des Weiteren sind Deponien zusammen mit der Massentierhaltung, dem Reisanbau und der Energiewirtschaft die größten Methanproduzenten der Welt. Folglich kommt es beim unkontrollierten Austreten des Gases zu einer Verstärkung des Treibhauseffekts mit gravierenden Auswirkungen auf das Klima. Daher werden in der Erfassung und Verstromung von Deponiegas große Potentiale hinsichtlich des Umweltschutzes gesehen. Dies ist jedoch einerseits recht aufwendig und andererseits sehr kostenintensiv . Das Verfahren sollte ohnehin maximal eine Brückentechnologie darstellen. Eine weitaus bessere Lösung sind das Recycling und die konsequente Mülltrennung, sodass sich das Müllaufkommen grundlegend reduziert und organische Abfälle direkt in Biogasanlagen genutzt werden können, anstatt auf Deponien zu verrotten und eine Gefahrenquelle darzustellen.

 

Deponiegas ist ein Auslaufmodell

Die umweltfreundliche Beseitigung von Abfällen und die Wiedereinbringung von Müll in den Wertstoffkreislauf gewinnt immer stärker an Bedeutung. So ist das Müllaufkommen in Deutschland seit den 1990er Jahren durch das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrWG) gesunken und die Verwertungsquoten gestiegen. Folglich entsteht hierzulande auch immer weniger Deponiegas, was den Ausbau von diesem als Energieträger ohnehin wenig sinnvoll macht. Zudem kann eine Energiequelle, welche sich aus achtloser Müllentsorgung ergibt, selbstverständlich nicht als sauber und nachhaltig betrachtet werden. Daher verzichten wir von Vegan Strom auf die Verstromung von Deponiegas und nehmen in unseren Energiemix nur wirklich umweltfreundliche und zukunftstaugliche Energiequellen auf. Hierbei haben wir jedoch auch das Tierwohl fest im Blick und setzen allein auf erneuerbaren Strom, der bei der Erzeugung weder Lebewesen schadet, noch massiv in sensible Ökosysteme eingreift. Das Ergebnis ist saubere, nachhaltige und vor allem tierfreundliche Energie aus Photovoltaik und Solarthermie, Geothermie und Gezeitenkraft. Ist das der Strom, den auch Du in Zukunft beziehen möchtest, dann wechsele noch heute zu Vegan Strom.

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