Brückentechnologie

Brückentechnologien nur als Übergangslösung

Als Brückentechnologie wird eine technische Lösung verstanden, die sich nicht etablieren soll, sondern nur als Übergang zwischen einer bestehenden, suboptimalen und einer erhofften, besseren Technologie fungiert. Der Begriff kommt oftmals in der Energiewirtschaft zum Einsatz. Er kann jedoch theoretisch in allen Bereichen der Technik verwendet werden. Das Lexikon von Vegan Strom stellt Dir verschiedene Beispiele vor.

 

Brückentechnologien in der Energiewirtschaft

Lange Zeit verließ sich die Menschheit auf Kohleenergie. Durch die massiven Umweltschäden, die bei der Verstromung von Braun- und Steinkohle sowie beim Abbau dieser entstehen, ist es jedoch notwendig, sich von den Kraftwerken auf kurz oder lang zu trennen. Nur so lässt sich der Klimawandel bremsen. Doch Kohlestrom macht einen großen Bestandteil des weltweiten Energiemixes aus. Damit die Stabilität des Stromnetzes auch ohne Kohlekraftwerke weiterhin gegeben ist, müssen also andere Energieformen ausgebaut werden, allen voran die Regenerativen Energien. Da dies jedoch nicht so schnell vonstattengeht wie erforderlich, muss vorerst auf sogenannte Brückentechnologien ausgewichen werden, bis Wind, Solar und Co. die Last alleine tragen können.

Es existieren hierfür zwei verschiedene Ansätze. Der erste besteht in der Schaffung beziehungsweise dem Ausbau anderer, klimafreundlicherer, wenn auch nicht optimaler Energieformen. In Deutschland wird zum Beispiel Erdgas als geeignete Brückentechnologie angesehen. Die CO2-Emissionen in Gramm pro Kilowattstunde betragen hier nicht einmal die Hälfte im Vergleich zu Steinkohlekraftwerken, hinsichtlich Braunkohle sogar fast nur ein Drittel. Selbstverständlich ist dies immer noch alles andere als umweltfreundlich, jedoch zumindest etwas besser als Kohle und ohnehin nur eine Übergangslösung.

Andere Länder sehen immer noch die Kernenergie als geeignete Brückentechnologie an. Die Nutzung dieser ist jedoch stark umstritten und wird schon lange kontrovers diskutiert. Zwar erzeugen Atomkraftwerke im Betrieb keine Emissionen, jedoch sind Bau und Rückbau der Anlagen nicht nur sehr kostenintensiv, sondern verschlingen ebenfalls enorme Ressourcen – darunter viel Energie. Die Umweltbilanz der Kernkraft wird auch durch den Uranbergbau massiv negativ beeinflusst. Dieser ist noch umweltschädlicher als der Abbau von Kohle. Hinzu kommt, dass die Anlagen hochgefährlichen radioaktiven Abfall produzieren, für dessen Endlagerung bisher noch keine wirkliche Lösung existiert. Kernkraftwerke stellen ein enormes Sicherheitsrisiko dar. Die Nuklearkatastrophe in Fukushima 2011 hat uns dies jüngst wieder vor Augen geführt. Aus diesem Grund ist der Atomausstieg in Deutschland noch lange vor dem Kohleausstieg geplant.

Eine andere Brückentechnologie, an der momentan geforscht wird, bezieht sich nicht auf den Ausbau alternativer Energiequellen, sondern auf die Bekämpfung der Folgen von Kohlekraftwerken. So werden derzeit verschiedene Methoden zur CO2-Abscheidung und -Speicherung entwickelt. Ersteres beschreibt das Verhindern oder Reduzieren der Kohlenstoffdioxidemissionen in die Atmosphäre durch verschiedene Anlagen und Filter in den Kraftwerken selbst. Bei letzteren erfolgt die dauerhafte Einlagerung der Schadstoffe in unterirdische CO2-Speicher. Geoingenieure fassen entsprechende Technologien unter dem Begriff „Carbon Capturing“ zusammen.

 

Brückentechnologien in anderen technischen Bereichen

Der Begriff Brückentechnologie findet auch in Branchen Verwendung, die nichts mit der Energieerzeugung zu tun haben, so zum Beispiel im Verkehrssektor. Auch hier liegt das Hauptaugenmerk auf dem Umweltschutz, denn Verbrennungsmotoren stoßen ebenfalls große Mengen Schadstoffe aus und sind von endlichen fossilen Energieträgern abhängig. Die E-Mobilität mag zwar bereits auf dem Vormarsch sein, doch geringe Reichweiten und suboptimale Speichermöglichkeiten sind noch immer ein Problem, gerade in der Schifffahrt und im Luftverkehr. Hier kommen beispielsweise Hybridmotoren als Brückentechnologie zum Einsatz, welche den elektrischen und den Kraftstoffbetrieb kombinieren. So kann zumindest ein bestimmter Anteil der Brennstoffe eingespart und trotzdem noch ausreichend Leistung erzielt werden. Auch die Verwendung von Autogas anstelle von Benzin oder Diesel lässt sich als Brückentechnologie verstehen.

In der Digital- und Kommunikationsbranche kommt das Wort Brückentechnologie ebenfalls hin und wieder zum Einsatz. Hier handelt es sich für gewöhnlich um die Verbesserung oder Erweiterung einer bereits bestehenden Technik, bis diese letztendlich großflächig von einer neuen abgelöst wird. Ein Beispiel hierfür ist zum Beispiel der Datenübertragungsdienst „General Packet Radio Service“ (GPRS, umgangssprachlich auch 2,5G genannt) als Brücke zwischen GMS (2G) und UTMS (3G).

 

Brückentechnologien können nicht ewig bestehen

Zwar mögen Brückentechnologien zumindest etwas besser als die bestehenden Lösungen sein, von Dauer sind sie dennoch nicht. Vor allem in Bezug auf die Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit, wie es im Energie- und Verkehrssektor der Fall ist, sind sie maximal das kleinere Übel, tragen jedoch kaum zur Beseitigung der Probleme bei. Daher muss gerade bei der Stromerzeugung das Umdenken so schnell wie möglich stattfinden und der Ausbau regenerativer Energiequellen vorangetrieben werden. Und genau diese Energiewende möchten wir von Vegan Strom mit unserem Energiemix erreichen. Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter und sind der Meinung, dass auch Erneuerbare Energien, die der Tierwelt schaden, nicht wirklich nachhaltig sein können. Daher beziehen wir unseren Strom nur von Lieferanten, die auf Solarenergie, Geothermie oder Gezeitenkraft setzen. Wenn auch Du das Tierwohl mit Deinem Stromanbieter unterstützen möchtest, dann wechsele jetzt zu uns.

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