Biogas

Biogas: Vergorene Biomasse für Kraftwerke und Motoren

Biogas ist ein natürlich entstandenes, brennbares Gas, welches überwiegend aus Methan besteht. Es fällt bei der Zersetzung von organischem Material durch Bakterien an. Das Ausgangsmaterial, die Biomasse, ist hierbei vergärbarer biologischer Abfall, Wirtschaftsdünger wie Mist oder Gülle, ungenutzte Pflanzenteile oder aber gezielt angebaute Energiepflanzen. Genutzt wird Biogas für die Erzeugung von Strom, Wärme und synthetischen Kraftstoffen. Erfahre jetzt mehr dazu im Vegan Strom-Lexikon.

 

Wie wird Biogas gewonnen?

Ähnlich wie Kohle, Erdöl und Erdgas entsteht Biogas durch die natürliche Zersetzung von organischen Produkten durch Mikroorganismen unter sauerstoffarmen oder -freien Bedingungen. Selbstverständlich erfolgt dies hier in nur wenigen Monaten und unterliegt auch keinen anschließenden geochemischen Prozessen, wie es bei der Bildung fossiler Brennstoffe der Fall ist. Die Vergärung findet in verschiedenen Stufen statt, bei denen eine Vielzahl an unterschiedlichen Bakterien eine Rolle spielt. Zunächst werden die organischen Hauptbestandteile, also Kohlenhydrate, Fette und Proteine, in niedermolekulare Bestandteile zerlegt. Im Anschluss erfolgt die Umwandlung in Alkohole und organische Säuren, aus denen später Essigsäure entsteht, sowie Wasserstoff und Kohlendioxid. Aus diesen bildet sich im letzten Schritt schließlich das verwertbare Methan und Wasser.

Biogas selbst fasst als Oberbegriff drei verschiedene Formen von Gasen zusammen, die unter den eben beschriebenen Bedingungen entstehen. Hierzu zählen das Klärgas, welches bei der Reinigung von Abwasser anfällt, das Faulgas, das in der Klärschlammfaulung produziert wird, sowie das Deponiegas, welches sich durch die Gärungsprozesse des organischen Materials in Müllhalden bildet.

 

Wie wird Biogas energetisch genutzt?

Der Hauptverwendungszweck von Biogas liegt in der Erzeugung von Strom und Wärme. Hierbei kommen in der Regel sogenannte Blockheizkraftwerke (BHKW) zum Einsatz, die aufgrund ihrer Kraft-Wärme-Kopplung gleich beide Verwendungszwecke simultan erfüllen. Die Stromerzeugung erfolgt bei BHKW, die mit Biogas laufen, in der Regel mit einer Gasturbine, die den Generator antreibt. Die bei der Verbrennung entstehende Abwärme lässt sich entweder von Wärmeabnehmern vor Ort nutzen oder in ein Nah- oder Fernwärmenetz einspeisen.

Ein letzter, wichtiger Anwendungsbereich ergibt sich aus der Synthese von Biokraftstoffen. Biomethan beziehungsweise Bioerdgas kann nicht nur zur Stromerzeugung genutzt, sondern ebenfalls als Treibstoff für Fahrzeuge aller Art zum Einsatz kommen. Hierbei muss jedoch eine Veredelung auf Erdgasqualität erfolgen. Dafür ist das Kohlenstoffdioxid (CO2) abzutrennen. Im Anschluss ist eine Verdichtung auf rund 200 bis 300 bar unabdingbar. Erst dann lässt es sich wie Erdgas einsetzen und auch im Erdgasnetz speichern. Es ist möglich, das CO2 nach der Abtrennung weiter zu verwerten, etwa in der Getränkeindustrie. In Zukunft könnte Biogas aufgrund seines hohen elektrischen Wirkungsgrades auch in Brennstoffzellen zum Einsatz kommen. Durch die aufwendige Gasreinigung, die geringe Standzeit sowie die hohen Preise der Zellen ist dies jedoch bislang nicht rentabel.

 

Auch Biogas hat seine Licht- und Schattenseiten

Durch Biogas lässt sich ein erneuerbarer Rohstoff gewinnen, der unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern stark verringern kann. Die Nutzung von aus pflanzlichen Stoffen hergestelltem Biogas ist zudem nahezu CO2-neutral, da die Pflanzen das bei seiner Verbrennung freigesetzte Kohlendioxid durch den Wachstumsprozess bereits vorher kompensiert hatten. Allerdings kommt nicht nur diese Art von Biogas zum Einsatz, sondern ebenfalls Gase aus Mist und Gülle, die letztendlich ein Produkt der Massentierhaltung sind. Außerdem beeinträchtigt selbst rein pflanzliches Biogas oftmals das Ökosystem durch den Anbau von Mais-Monokulturen. So werden die Lebensräume vieler Tiere zerstört oder anderweitig nutzbare landwirtschaftliche Flächen in Beschlag genommen. Hinzu kommt, dass ein nicht-ökologischer Anbau durch Dünger und Pestizide ebenfalls der Umwelt schadet. Möchtest Du lieber Ökostrom beziehen, der nicht nur umweltfreundlich, sondern ohne Tierleid gewonnen wird, dann wechsele noch heute zu Vegan Strom. Wir achten bei unserem angebotenen Energiemix darauf, dass wir nur Energiequellen anbieten, die keinem Lebewesen schaden.

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