Atomausstieg

Ein längst überfälliger Schritt

Atomenergie mag zwar dazu fähig sein, in großen Mengen klimaneutralen Strom zu produzieren, fügt der Umwelt jedoch auf andere Weise – und in weitaus größerem Ausmaß – irreparable Schäden zu. Hinzu kommen die vielfältigen Gefahren, die sich aus der Radioaktivität und der Arbeit mit sehr hohen, instabilen Energiemassen ergeben. Daher streben einige Länder bereits einen völligen Atomausstieg an oder haben diesen bereits durchgeführt. Lies mehr dazu im Lexikon von Vegan Strom!

 

Die Gründe für einen Atomausstieg

Kernkraftwerke produzieren mit wenig Brennmaterial enorme Mengen Strom und stoßen im Betrieb kein CO2 oder andere Treibhausgase aus. In diesem einen Satz sind ihre einzigen wirklichen Vorteile jedoch bereits vollständig genannt. Ihnen gegenüber steht eine Reihe massiver negativer Aspekte, die größte Zweifel an der Rechtfertigung der Atomenergie aufkommen lassen. Die Umweltschädigung beginnt bereits beim Uranabbau, der ganze Landschaften zerstört und außerdem überwiegend in Krisengebieten und unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen stattfindet. Auch Sicherheitsstandards halten die Betreiber der Minen hier oftmals nicht ein, sodass beispielsweise eine nicht sachgemäße Lagerung des radioaktiven Abraums erfolgt. Die Folgen sind die Kontamination von Böden und Grundwasser sowie die Gefährdung der Bevölkerung vor Ort.

Der Betrieb eines Atomkraftwerks (AKW) selbst mag zwar sauber sein, dennoch hat er Einfluss auf die Umwelt. Die großen Wassermengen, die für die Kühlung der Reaktoren benötigt werden, stammen oft aus nahegelegenen Flüssen. Das wirkt sich negativ auf die aquatischen Lebensräume aus. Die größte Umweltsünde entsteht jedoch, wenn die Brennstäbe aus spaltbarem Material ihre Aufgabe erfüllt haben. Zurück bleibt hochradioaktiver Abfall, der gesundheits- und umweltschädliche Strahlung abgibt – und das für mehrere hunderttausend Jahre. Die Entsorgung stellt die Energiewirtschaft vor ein Problem, für das es bislang noch keine Lösung gibt: die Endlagerung des Atommülls. Endlager müssen viele verschiedene Sicherheitskriterien erfüllen. Momentan existiert weltweit noch kein einziges tragfähiges Konzept und es gibt nicht einen passenden Standort für die über 400.000 Tonnen hochradioaktiven Atommülls, die durch die Nutzung der Atomkraft rund um den Globus bereits angefallen sind. Selbst der Transport des radioaktiven Abfalls zu sogenannten Zwischenlagern birgt viele Risiken.

Nicht zuletzt besteht bei Atomenergie immer die Gefahr einer Kernschmelze, trotz regelmäßiger Notfallübungen und Verschärfungen der Sicherheitsanforderungen. Nuklearkatastrophen wie Tschernobyl (1986) oder Fukushima (2011) haben mehr als deutlich gemacht, welche verheerenden Umweltauswirkungen Kernkraftwerke mit sich bringen. Nicht umsonst wird das Thema Atomausstieg heutzutage viel diskutiert.

 

Atomausstieg nach Ländern: Wer will weg von der Kernkraft?

Wie sich zeigt, sind die Proteste gegen Atomenergie mehr als berechtigt. Deswegen haben in jüngster Zeit viele Länder dem Bau von Kernkraftwerken nicht mehr zugestimmt, angefangene Projekte unterbrochen oder die Reaktoren selbst nach der Fertigstellung nicht in Betrieb genommen. Hierzu zählen zum Beispiel Irland, Österreich, Dänemark und Griechenland (Forschungsreaktoren nicht mitgerechnet). Doch auch andere Länder, die bereits seit längerem auf Atomenergie setzen, haben den Ruf vernommen und möchten nun weg vom Uran. Dies betrifft unter anderem Belgien, Italien, die Schweiz … und natürlich auch Deutschland.

In der DDR existierten nur zwei Kernkraftwerke, und zwar in Greifswald und Rheinsberg. Diese wurden jedoch im Zuge der Wiedervereinigung aufgrund ihrer Unwirtschaftlichkeit außer Betrieb genommen. Das geeinte Deutschland diskutierte einen vollständigen Atomausstieg erstmalig im Jahr 2000 unter dem ersten Kabinett Schröders, was die Abschaltung zweier AKWs in den Jahren 2003 und 2005 nach sich zog. Für die noch bestehenden Anlagen wurden Reststrommengen vereinbart, die sie noch produzieren durften, bevor auch sie in den Ruhestand geschickt werden sollten. Nach diesem Konzept wäre ein Ausstieg aus der Kernkraft zwischen 2015 und 2020 möglich gewesen. Entsprechend dieses Fahrplans würde die BRD also bereits heute schon keinen Atomstrom mehr produzieren.

Das zweite Kabinett Merkels ordnete jedoch im Jahr 2010 eine Laufzeitverlängerung der Kraftwerke an: Demnach sollten ältere Anlagen noch acht, verhältnismäßig junge Reaktoren sogar noch vierzehn Jahre in Betrieb bleiben. Nach der Nuklearkatastrophe in Fukushima nur ein Jahr später wurde dieses Vorhaben allerdings überdacht und später schließlich gänzlich verworfen. Hinzu kam das sogenannte „Atom-Moratorium“, in dessen Zuge die Behörden alle deutschen AKWs einer umfangreichen Sicherheitsüberprüfung unterzogen. Daraufhin wurden die sieben ältesten Anlagen sowie das unfallanfällige Kraftwerk Krümmel abgeschaltet. Der Beschluss sollte zunächst nur drei Monate andauern. Doch kurz vor Ablauf dieser Frist entschied die Merkel-Administration, die Reaktoren gar nicht mehr in Betrieb zu nehmen und einen Atomausstieg bis 2022 anzustreben. 2015, 2017 und 2019 gingen drei weitere Atomkraftwerke vom Netz. Bei den verbleibenden sechs soll nun eine schrittweise Abschaltung bis 2022 erfolgen.

 

Der Atomausstieg zum Wohle unseres Planeten muss endlich kommen!

Als (indirekt) umweltschädliche und vor allem gefährliche Energiequelle muss der Stromerzeugung durch Kernkraft ein Ende gesetzt werden. Zum Glück sehen dies viele Staaten ein – wenn auch nicht alle. Nach und nach gehen immer mehr AKWs vom Netz. Doch natürlich muss deren Leistung kompensiert werden, immerhin trägt Kernenergie eine große Menge Strom zum Weltenergiemix bei. Die Lösung liegt im Ausbau der Regenerativen Energien, die ihre Leistung aus unendlichen und umweltfreundlichen Ressourcen wie Sonne, Wasser und Wind schöpfen. Hierfür setzen sich bereits unzählige Ökostrom-Anbieter ein, darunter auch Vegan Strom. Doch wir gehen sogar noch einen Schritt weiter, denn auch viele Erneuerbare Energien nehmen immer noch einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss auf Klima, Ökosysteme und nicht zuletzt die Tierwelt. Auch dagegen gehen wir mit unserem Strommix vor und beziehen unsere Energie ausschließlich aus sauberen, umwelt- und tierfreundlichen Quellen wie Solarenergie, Geothermie und Gezeitenkraft. Du kannst mit der Wahl Deines Stromanbieters ebenso dieses Ziel unterstützen: Wechsele einfach in nur wenigen Schritten zu Vegan Strom!

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