Der fossile Energieträger Erdgas wird mit großem Aufwand gefördert, um damit Strom zu erzeugen. Und das, obwohl seine Verbrennung große Mengen Treibhausgase und Schadstoffe freisetzt, die den Klimawandel beschleunigen und so die Zukunft unseres Planeten gefährden. Dabei gibt es mit synthetischem Erdgas sogar eine klima- und umweltfreundliche Alternative. Vegan Strom erklärt Dir mehr!

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Was ist Erdgas und wie wird es genutzt?

Erdgas wird bereits seit rund 2.000 Jahren vom Menschen genutzt, zuerst in der Provinz Sichuan im Südwesten Chinas, wo es bei der Salzgewinnung zum Einsatz kam. Als Energiequelle findet Erdgas hingegen erst seit dem 19. Jahrhundert Verwendung, zunächst zu Beleuchtungszwecken. Das erste Gaskraftwerk ging 1938 im schweizerischen Neuchâtel in Betrieb. Seither kommt Erdgas auf der ganzen Welt zur Stromerzeugung zum Einsatz. In Deutschland stammten 2019 zum Beispiel rund 13 Prozent des produzierten Stroms aus Gaskraftwerken.

Verwendet wird Erdgas dabei im Grunde wie jeder andere fossile Energieträger: Ein Kraftwerk verbrennt das Gas direkt in der Turbine und treibt sie an. Die beim Verbrennungsprozess freiwerdende Wärme lässt sich im Anschluss nochmals zum Verdampfen von Wasser nutzen. Der heiße Wasserdampf durchströmt unter hohem Druck eine nachgelagerte Turbine und gibt seine Energie an diese ab, indem er sie in Rotation versetzt. Wie auch die Gasturbine leitet die Wasserdampfturbine die Bewegungsenergie an einen Generator weiter, der sie in elektrischen Strom umwandelt. Diese Doppelnutzung der Energie des Gases macht Gaskraftwerke so effektiv.

 

Die sauberste der fossilen Energiequellen

Energieverluste finden in diesem Prozess bei der Nutzung der Wärmeenergie statt. Ein großer Teil der durch die Verbrennung des Erdgases erzeugten Wärme kann nicht in Strom umgewandelt werden, sondern wird vom Kraftwerk als Abwärme an die Umgebung abgegeben. Diese Eigenschaft hat die Erdgasverstromung mit dem Einsatz der anderen konventionellen Energieträger gemeinsam. Vor allem im Vergleich zu Kohle und Erdöl hat Erdgas aber auch einige Vorteile.

 

Vorteile von Erdgas

1.) Erdgas ist ein sehr energiereicher Brennstoff.

Es hat eine höhere Energiedichte als andere fossile Energieträger wie Kohle und Erdöl, aus denen es sich über Jahrmillionen entwickelte. Sein Einsatz ist auch im Vergleich zu den Erneuerbaren Energien günstig, da die nötigen Technologien bereits seit Jahrzehnten bestehen und in ihrer Entwicklung weit fortgeschritten sind.

 

2.) Vor allem Gas-und-Dampf-Kombikraftwerke erzielen einen hohen Wirkungsgrad.

Sie erreichen eine Effizienz von bis zu 60 Prozent, indem sie mit dem heißen Erdgas nicht nur Wasserdampf für eine Dampfturbine erzeugen, sondern das heiße Gas auch selbst durch eine eigene Gasturbine leiten. So lässt sich ein größerer Teil der enthaltenen Energie nutzen.

 

3.) Erdgas ist ein vergleichsweise sauberer Brennstoff.

Denn bei seiner Verbrennung entstehen relativ wenige Schadstoffe. Die Abgase können zudem gut gereinigt werden, um die Umweltbelastung weiter zu senken.

 

Nachteile von Erdgas

1.) Die Stromerzeugung mit Erdgas ist mit hohen Emissionen verbunden.

Denn Erdgas besteht zum größten Teil aus Methan, das beim Verbrennen mit Sauerstoff zu Kohlenstoffdioxid reagiert. Zwar emittiert es weniger CO2 als andere fossile Energieträger, sauberer ist es jedoch auf keinen Fall. Bei der Speicherung und auch beim Transport kommt es zu immensen Verlusten. Diese sind sehr klimaschädlich, weil dabei das noch klimaschädlichere Methan in die Atmosphäre entweicht. Im Angesicht der Klimakrise sollten sämtliche Treibhausgasemissionen so weit wie möglich reduziert werden und hier bietet Erdgas mit seinem hohen Methananteil eine große Stellschraube.

 

2.) Die Vorräte von Erdgas sind begrenzt.

Da Erdgas bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts zur Energiegewinnung zum Einsatz kommt, ist heute bereits ein bedeutender Teil der weltweiten Vorräte aufgebraucht. Zwar bildet sich Erdgas im Laufe der Zeit aus abgestorbenem Pflanzenmaterial, doch dieser Prozess dauert viele Millionen Jahre. Aus menschlicher Sicht sind einmal aufgebrauchte Vorräte daher für immer verloren.

 

3.) Durch die Nutzung von Erdgas ist Deutschland abhängig von ausländischen Lieferanten.

Nur rund zehn Prozent des hierzulande genutzten Erdgases stammen auch tatsächlich aus Deutschland. Etwa 40 Prozent bezieht die BRD aus Russland und den Rest importieren wir aus anderen europäischen Staaten wie den Niederlanden oder Skandinavien. Auch dort werden die Vorräte über kurz oder lang jedoch zur Neige gehen.

 

4.) Die Förderung von Erdgas gefährdet die Umwelt.

Sowohl an den eigentlichen Förderanlagen, als auch beim Transport des Erdgases kann es zu Unfällen kommen. Da Erdgas zum größten Teil aus dem sehr klimawirksamen Methan besteht, verstärkt sein unkontrollierter Austritt den Klimawandel. Zudem wird bei der Erdgasförderung auch minderwertiges „Begleitgas“ abgefackelt, also mit offener Flamme verbrannt, wobei große Mengen CO2 in die Atmosphäre gelangen.

Besonders umweltbelastend ist das sogenannte Fracking, mit dem Schiefergas gefördert wird. Dabei handelt es sich um in Tongestein gebundenes Erdgas. Für die Förderung wird das Tongestein angebohrt und unter hohem Druck eine Flüssigkeit, meist ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien, verpresst. Sie soll für Risse im Tongestein sorgen, sodass das Erdgas austreten kann. Fracking ist hochumstritten, denn die Technologie gefährdet nicht nur Böden, sondern auch das Grundwasser und das Oberflächenwasser. Die tiefen Bohrungen und der Druck durch das Verpressen der Flüssigkeit können Erdbeben auslösen.

 

5.) Gaskraftwerke können sich energetisch nicht amortisieren.

Denn wie alle konventionellen Kraftwerke können sie nur einen Teil der eingesetzten Energie in Strom umwandeln; der Rest geht in Form von Abwärme für die menschliche Nutzung verloren. Das ist nicht nur deshalb problematisch, weil sich die Vorräte fossiler Energieträger nur über sehr lange Zeiträume hinweg regenerieren, sondern auch, weil größere Mengen des jeweiligen Energieträgers eingesetzt werden müssen, was größere Umweltschäden nach sich zieht.

 

Unter den fossilen Energieträgern ist Erdgas der effizienteste, der am saubersten und mit den geringsten klimaschädlichen Einflüssen verstromt werden kann. Trotzdem ist Erdgas aber offensichtlich nicht vegan, da die Nachteile seiner Nutzung für Mensch, Natur und Klima deutlich überwiegen. Dabei ist allerdings anzumerken, dass es auch eine ungleich klima- und umweltfreundlichere Alternative zum Erdgas gibt: das synthetische Erdgas.

 

Synthetisches Erdgas: Stromspeicher der Zukunft?

Synthetisches Erdgas kann aus verschiedenen Ausgangsstoffen hergestellt werden, etwa aus Biogas. Veredelungsverfahren sind in der Lage, den Methangehalt und die erforderlichen Beimischungen an die Zusammensetzung von natürlichem Erdgas anzunähern. Sinn dieses Prozesses ist es, einen künstlich erzeugten Ersatzstoff für Erdgas zu erhalten, der in heutigen Gaskraftwerken als Energieträger verwendet werden kann.

Synthetisches Erdgas kann zudem auch als Speicher für überschüssigen Strom dienen, wie er etwa bei der Nutzung von Wind- und Solarenergie anfällt. Dafür wird mit den Stromüberschüssen per Elektrolyse Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Der Wasserstoff reagiert anschließend mit aus der Luft gewonnenem Kohlenstoffdioxid zu Methan, das wiederum die Grundlage für das synthetische Erdgas darstellt. Bei seiner Verbrennung wird dann nur so viel CO2 freigesetzt, wie zuvor aus der Luft entnommen wurde. Synthetisches Erdgas ist letztlich jedoch nur so klimaneutral und umweltschonend wie die zur Gewinnung der eingesetzten Elektrizität verwendete Energiequelle. Synthetisches Erdgas, dessen Herstellung mit Hilfe von Strom aus konventionellen Energien erfolgte, ist demnach keineswegs umweltfreundlich. Korrekterweise wäre daher die bereits für die Herstellung von Wasserstoff verwendete Farbsystematik von grün, grau, blau und türkis auch auf das synthetische Erdgas zu übertragen. Nur aus grünem Wasserstoff lässt sich letztlich grünes synthetisches Erdgas als sauberer Energieträger herstellen.

 

Natürliches Erdgas ist nicht vegan

Als fossile, nicht erneuerbare Energiequelle, die zudem auf vielfältige Weise die Umwelt und das Klima schädigt, ist Erdgas nicht vegan. Zwar ist es sauberer als Kohle oder Erdöl, aber es steht weit hinter den Erneuerbaren Energien zurück. Synthetisches Erdgas, das aus oder mithilfe erneuerbarer Energieträger gewonnen wurde, könnte jedoch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten, nämlich als eine zusätzliche Möglichkeit zur Speicherung überschüssiger Strommengen.

Wir von Vegan Strom sind allerdings überzeugt, dass man mit der Erzeugung umwelt- und klimafreundlicheren Stroms nicht länger warten kann. Wie Du wollen auch wir bereits heute einen Beitrag zum Schutz unseres Planeten leisten. Deshalb bieten wir Dir Strom aus Solarenergie, Geothermie und der Kraft der Gezeiten. So kannst Du sicher sein, nur Strom aus nachhaltiger und tierleidfreier Erzeugung zu nutzen.

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