Immer mehr Menschen entscheiden sich, vegan zu leben – also auf tierische Produkte zu verzichten. Das betrifft nicht nur die Ernährung, sondern findet auch in anderen Lebensbereichen, etwa bei Mode sowie Haushalts- und Hygieneartikeln, Anwendung. Die Gründe für eine vegane Lebensweise sind mannigfaltig. Neben ethischen Überlegungen und Tierrechten spielen dabei auch Aspekte wie Umweltschutz und Gesundheit eine wichtige Rolle. Was Veganismus konkret ausmacht, erklärt Dir Vegan Strom.

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Veganismus: Was ist das überhaupt? – Eine Definition

Unter Veganismus versteht man eine aus dem Vegetarismus hervorgegangene Lebensweise, bei der Menschen auf Produkte tierischen Ursprungs verzichten. Menschen, die vegan leben, meiden neben Fleisch und Fisch auch andere tierische Lebensmittel, etwa Milch und Eier. Darüber hinaus verwenden viele Veganer auch im Hinblick auf Mode und Dinge des täglichen Bedarfs ausschließlich Produkte, deren Herstellung keinerlei Einfluss auf das Leben von Tieren hat und die ohne Tierversuche auskommen.

Hierzulande entwickelt sich innerhalb der Bevölkerung ein zunehmendes Bewusstsein für den Veganismus: Nach Schätzungen leben derzeit 1,3 Millionen Veganer in Deutschland, täglich kommen etwa 200 weitere Personen neu hinzu. Auch am Markt wird diese Entwicklung ersichtlich. Während im Jahr 2012 lediglich ein Prozent der neu eingeführten Lebensmittel vegan war, machten die tierleidfreien Produkte 2018 insgesamt 14 Prozent aus.

 

Warum vegan? – Motive im Überblick

Die Beweggründe für Menschen, die sich entscheiden, vegan zu leben, sind facettenreich. Für viele Veganer stehen in erster Linie tierethische Überlegungen im Vordergrund: Es gibt keine moralische Rechtfertigung dafür, Tiere auszubeuten und zu töten, da diese – analog zu Menschen – Intelligenz zeigen, leidensfähig sind und ein komplexes Sozialverhalten aufweisen.

Häufig führen Medienberichte über Tiertransporte, Massentierhaltung und Schlachtungen zu dem Entschluss, auf Nahrungsmittel, Produkte und Handlungen, die mit Tierleid verbunden sind, zu verzichten. Das schließt für einige Menschen auch den Besuch von Zoos und Zirkussen, Tiersportarten wie Reiten oder das Halten von Haustieren mit ein.

Ebenfalls eine große Rolle spielt die bessere Klimaverträglichkeit. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die vegane Ernährung hilft, die verursachten Treibhausgase um circa 50 bis 73 Prozent zu reduzieren. Zudem wirkt sich der Veganismus positiv auf die Welternährung aus.

Es wird angenommen, dass sich vor allem die Situation in Entwicklungsländern signifikant verbessern würde, wenn die vegane Ernährungsweise in den Industrienationen eine weite Verbreitung findet. Hauptgrund dafür ist, dass landwirtschaftliche Flächen direkt für die Produktion von Nahrungsmitteln für Menschen genutzt werden könnten. Bisher dienen viele pflanzliche Erzeugnisse wie Soja als Futtermittel für Nutztiere und landen somit nur indirekt auf unseren Tellern. Die Tiermast setzt zudem häufig Antibiotika ein, die Fleischesser unbewusst aufnehmen. Aus diesem Grund minimiert die vegane Ernährung zusätzlich das Risiko von Antibiotikaresistenzen.

 

Vegane Ernährung: auf tierische Lebensmittel verzichten

Tierleidfrei leben heißt auch tierleidfrei essen. Veganer nehmen – ebenso wie Vegetarier – weder Fleisch noch Fisch zu sich, sondern setzen stattdessen ausschließlich auf pflanzliche Kost wie Obst und Gemüse, Getreide oder Hülsenfrüchte. Abgerundet wird die vegane Ernährung durch den Verzehr von pflanzlichen Ölen, Nüssen, Sprossen und Sämereien. Zusätzlich verzichten Veganer auch auf alle weiteren Lebensmittel, die mit Tierproduktion verbunden sind, also beispielsweise Milch und Milchprodukte sowie Eier und Honig.

Für viele Menschen, die sich dem Veganismus verschrieben haben, spielen dabei ethische Gesichtspunkte eine wichtige Rolle. Zwar werden für Milch keine Kühe getötet, von einer artgerechten Haltung sind aber selbst die meisten Bio-Milchbetriebe meilenweit entfernt. Ebenso verhält es sich bei den Haltungsbedingungen für Legehennen. Problematisch ist hier zudem, dass in Deutschland jährlich etwa 45 Millionen männliche Küken direkt nach der Geburt vergast oder geschreddert werden, da sie keine Eier legen und auch als Masttiere unbrauchbar sind. Selbst die Honigproduktion ist nicht unumstritten. Für das Ernten von Honig werden Bienenvölker teilweise Hunderte von Kilometern verbracht, um Monokulturen zu bestäuben. Dies entspricht ebenfalls nicht dem natürlichen Verhalten der Honigbiene. Zwar gibt es die großen „Bee-Farmer“ vorwiegend in den USA, doch auch in Deutschland existieren Wanderimkereien. Diese Imker bringen ihre Bienen im Winter beispielsweise nach Sizilien, wo die Tiere exotische Honigsorten wie Orangenblütenhonig sammeln können. Die natürliche Winterruhe der Bienen fällt damit aus.

 

Vegane Ernährung führt nicht zu Mangelerscheinungen

Laut der US-amerikanischen Academy of Nutrition and Dietetics ist vegane Ernährung gesund und für alle Lebens- und Altersphasen geeignet. Grünes Gemüse wie Brokkoli, Spinat und Grünkohl sowie Nüsse decken den Kalziumbedarf, Haferflocken und Sojabohnen liefern Eisen, Getreide und Hülsenfrüchte versorgen Veganer mit den nötigen Proteinen. Jodiertes Speisesalz sichert die Jodaufnahme und Omega-3-Fettsäuren finden sich beispielsweise in Leinsamen, Rapsöl und Walnüssen. Zudem beugt eine pflanzliche Ernährung auf Basis von frischen, unverarbeiteten Produkten Übergewicht vor.

Entscheidest Du Dich dafür, vegan zu essen, fallen zwar ein paar Lebensmittel weg – ausschließlich von Verzicht zu sprechen wäre hier allerdings falsch. Die Fülle des heutigen Warenangebots eröffnet Dir dennoch die Möglichkeit, Dich abwechslungsreich zu ernähren. Und sollte der Appetit auf Schnitzel, Käse und Co. doch einmal Überhand nehmen, findest Du selbst im Supermarkt heutzutage leckere, vegane Alternativen. Achte dabei unbedingt auf die aufgeführten Zusätze: Einige der sogenannten E-Stoffe sind tierischen Ursprungs!

 

Vegane Kleidung und Schuhe: tierleidfreie Mode

Für die meisten Veganer ist der Veganismus mehr als eine reine Ernährungsform. Aus Überzeugung achten sie auch bei Kleidung und Schuhen darauf, dass diese tierleidfrei produziert wurden und lediglich pflanzliche oder synthetische Substanzen enthalten. So tragen Veganer weder Leder noch Schafwolle, Seide oder Pelz. Darüber hinaus meiden sie Jacken und Decken mit Daunenfüllung, Knöpfe aus Horn und Perlmutt sowie Regenjacken mit Bienenwachsimprägnierung.

Der Verzicht auf Kleidung tierischen Ursprungs ist dabei nicht nur gelebter Tierschutz, sondern wirkt sich auch positiv auf die Umweltbilanz aus. Zudem nimmt das Angebot von Fair Fashion auf Basis tierleidfreier Materialien immer mehr zu. Vegane Kleidung und Accessoires erkennst Du beispielsweise am Logo „Peta-Approved Vegan“. Mittlerweile gibt es auch eine Vielzahl veganer Lederalternativen, etwa aus Kork, Pilz oder Ananas.

Möchtest Du Deinen Kleiderschrank doch einmal um ein paar Lederschuhe oder einen Wollpullover erweitern, schau Dich in Second-Hand-Läden oder auf Online-Portalen wie Kleiderkreisel oder eBay Kleinanzeigen um. Hier findest Du gebrauchte Kleidung, für die – im Gegensatz zu einem neuen Produkt – kein weiteres Tier ausgebeutet beziehungsweise getötet wird. Zudem schont das den Einsatz von weiteren Ressourcen, etwa CO2.

 

Hygieneartikel, Kosmetika, Putzmittel: der vegane Haushalt

Auch in Bezug auf Hygieneartikel und (dekorative) Kosmetika gibt es vegane Produkte, die keine tierischen Inhaltsstoffe enthalten. Vor allem in Make-Up-Artikeln finden sich häufig Substanzen wie Bienenwachs, der Farbstoff Karmin (auch: E120, aus dem Blut von Schildläusen), Kollagen (aus Knorpeln und Sehnen) oder Keratin (aus Hörnern, Klauen und Hufen). Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass der Begriff „vegan“ nicht geschützt ist und einige Hersteller ihre Produkte trotz tierischer Inhaltsstoffe als vegan deklarieren. Möchtest Du sichergehen, achte am besten auf das Vegan-Siegel!

Auch Tierversuche spielen im Zusammenhang mit Veganismus eine wichtige Rolle. Zwar sind diese für Kosmetika in der EU seit März 2013 eigentlich verboten, das Chemikaliengesetz REACH erlaubt sie aber zum Teil dennoch – und schreibt für einige Artikel sogar Tierversuche vor! Auf der Website www.kosmetik-ohne-tierversuche.de findest Du eine Liste von Unternehmen, die von der Tierschutzorganisation PETA als „tierversuchsfrei“ zertifiziert sind.

Egal, ob Waschpulver, Allzweckreiniger oder Geschirrspültabs – die Liste der veganen Haushalts- und Putzmittel ist ebenfalls lang. Oft lohnt es sich hier auch, einfach selbst aktiv zu werden: Mit Natron, Soda, Essig, Zitronensäure und Kernseife kannst Du eine Vielzahl an Reinigern selbst herstellen. Das ist nicht nur vegan, sondern spart auch bares Geld, schont die Ressourcen und vermeidet unnötigen Plastikmüll.

Vegane und tierversuchsfreie Hygieneartikel, Kosmetika und Haushaltsmittel erhältst Du in zahlreichen Online-Shops. Mittlerweile verfügen aber auch Drogerien und einige Supermärkte über ein breites Angebot. Grundsätzlich solltest Du folgendes beachten: Vegan heißt nicht zwangsläufig frei von Tierversuchen – und andersherum. Hier bedarf es also eines doppelten Checks!

 

Kritik am Veganismus (widerlegt)

Zusätzlich zu der Tatsache, dass Veganer in den Medien oft zu Unrecht als radikale Missionare dargestellt werden, die alles und jeden von ihrer Lebensweise überzeugen wollen, wird oft Kritik am Veganismus im Allgemeinen und vor allem an der veganen Ernährung im Speziellen laut. So ist häufig davon die Rede, dass diese zu Mangelerscheinungen führt. Fakt ist: Vitamin B12 ist der einzige Nährstoff, den Veganer aktiv durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln supplementieren müssen. Ansonsten ist man ausreichend mit allen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt.

Auch das Thema Soja sorgt häufig für Auseinandersetzungen. So behaupten Kritiker unter anderem, dass für den Anbau von Soja Regenwald gerodet wird. Tatsächlich ist es aber so, dass 90 Prozent des in Regenwaldgebieten angebauten Sojas als Futtermittel für die Fleischindustrie dienen. Soja und Tofuprodukte, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, stammen vorwiegend aus Europa und Kanada. Im Zweifelsfall gibt ein Blick auf die Verpackung Auskunft über die Herkunft. Ebenfalls wird häufig bemängelt, dass Fleischersatzprodukte aus Soja, Seitan und Co. ungesunde Zusatzstoffe enthalten. Dies trifft jedoch auf die meisten verarbeiteten Lebensmittel zu – und ist kein Problem der veganen Ernährung an sich.

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